# Lauterbach: Hitzetote in Deutschland unterschätzt Typ: Artikel Veröffentlicht: 2026-08-20T00:52:04+02:00 Zuletzt aktualisiert: 2026-08-20T00:52:08+02:00 Kanonische URL: https://hasepost.de/lauterbach-hitzetote-in-deutschland-unterschaetzt-745277/ Kategorie: Deutschland & die Welt --- Der ehemalige Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) hält die Zahl der Hitzetoten in Deutschland für unterschätzt. Die Methodik des Robert-Koch-Instituts sei zwar konservativ, aber vertretbar. Er fordert eine Grundgesetzänderung für besseren Hitzeschutz. ## Kritik an Schätzungen und Methodik "Das Robert-Koch-Institut fährt eine eher konservative Methodik", sagte Karl Lauterbach der "Rheinischen Post" (Donnerstagausgabe). "Das heißt, dass die Zahl der Hitzetoten eher unterschätzt wird." Zugleich verteidigte der SPD-Politiker den Ansatz des RKI. Dieser sei "gut vertretbar, denn die relativen Veränderungen lassen sich so trotzdem gut abbilden". ### Hitzebedingte Todesfälle schwer erfassbar Generell seien hitzebedingte Todesfälle methodisch nicht ohne Weiteres zu erfassen, so Lauterbach. "Die wenigsten Menschen sterben bei Hitze an einem klassischen Hitzschlag". "Zum Beispiel kann eine hohe Hitzebelastung dazu beitragen, dass aus einem bestehenden Vorhofflimmern ein Schlaganfall entsteht. Formal stirbt jemand dann vielleicht am Schlaganfall, aber ohne die Hitze wäre es möglicherweise nicht dazu gekommen". Um künftig einen besseren Hitzeschutz zu erreichen, sprach sich Lauterbach für eine Änderung des Grundgesetzes aus. "Wirksamer Hitzeschutz kostet viel Geld. Deshalb halte ich den Vorstoß von Carsten Schneider für richtig, auch über eine Grundgesetzänderung nachzudenken“, sagte er mit Blick auf den Vorstoß des Umweltministers Carsten Schneider. "Viele Kommunen sind hoch verschuldet und können die nötigen Maßnahmen aus eigener Kraft schlicht nicht finanzieren." An CDU und CSU appellierte er daher, den Weg für eine Grundgesetzänderung freizumachen. "In der Union wird das Thema nicht gerne diskutiert, weil man keine Abstimmungen mit der Linkspartei gewinnen will. Aber: Wenn es um den Schutz von Gesundheit und am Ende um Leben und Tod geht, dann sollte man ideologische Vorbehalte zurückstellen". In Deutschland haben Hitzeperioden in diesem Jahr laut RKI bislang zu rund 12.500 Sterbefällen geführt. Hitzewellen werden durch die globale Erwärmung stärker und wahrscheinlicher. Der Effekt wird weiter verstärkt, solange zusätzliche Treibhausgase etwa durch das Verbrennen von Kohle, Öl und Gas in die Atmosphäre gebracht werden. --- Quelle: HASEPOST – Die Zeitung für Osnabrück