# Last-Minute-Tipp zur Sonnenfinsternis: So geht es in Osnabrück auch ohne „Sofi-Brille“ Typ: Artikel Veröffentlicht: 2026-08-12T18:57:10+02:00 Zuletzt aktualisiert: 2026-08-12T21:36:18+02:00 Kanonische URL: https://hasepost.de/last-minute-tipp-zur-sonnenfinsternis-so-geht-es-in-osnabrueck-auch-ohne-sofi-brille-742592/ Kategorie: Deutschland & die Welt --- Nur noch wenige Minuten bevor auch über Osnabrück die Sonnenfinsternis zu sehen ist, ärgern sich viele, dass sie keine der inzwischen vielerorts vergriffenen Sofi-Brillen ergattern konnten. Doch man muss trotzdem nicht vollständig auf das Himmelsschauspiel verzichten. Das Technikportal [Golem.de](https://www.golem.de/news/sonnenfinsternis-so-gelingt-die-sichere-beobachtung-auch-ohne-sofi-brille-2608-211805.html) zeigt einen verblüffend einfachen Trick: Zwei Blatt Papier und eine Stecknadel reichen aus. Wichtig ist dabei allerdings eine eiserne Regel: Niemals mit bloßem Auge direkt in die Sonne schauen! [Wie die HASEPOST bereits berichtet hat](https://hasepost.de/spektakel-ueber-osnabrueck-sonnenfinsternis-am-mittwoch-doch-schutzbrillen-werden-knapp-741506/), beginnt die partielle Sonnenfinsternis am heutigen Mittwochabend (12. August) in Osnabrück gegen 19:16 Uhr. Ihren Höhepunkt erreicht sie gegen 20:10 Uhr. Dann ist ein sehr großer Teil der Sonnenscheibe vom Mond verdeckt. Rechnerisch endet die Finsternis gegen 20:58 Uhr. Weil die Sonne zu diesem Zeitpunkt nur noch sehr niedrig über dem Horizont steht, braucht es einen möglichst freien Blick in Richtung Westen beziehungsweise Nordwesten. Häuser, Bäume oder Hügel können das Schauspiel sonst schnell verdecken. ## Der Last-Minute-Trick mit zwei Blatt Papier Wer keine zertifizierte Sonnenfinsternis-Brille (die ‚Sofi-Brille‘) mehr bekommen hat, sollte keinesfalls zu Sonnenbrillen, CDs, Röntgenbildern, Rettungsdecken oder anderen vermeintlichen Ersatzfiltern greifen. Eine sehr einfache Alternative beschreibt das Technikportal [Golem.de](https://www.golem.de/news/sonnenfinsternis-so-gelingt-die-sichere-beobachtung-auch-ohne-sofi-brille-2608-211805.html): Statt direkt zur Sonne zu schauen, wird ihr Bild auf ein zweites Blatt Papier projiziert. Dafür werden lediglich zwei möglichst helle Blatt Papier oder dünner Karton und eine Stecknadel benötigt. In das erste Blatt wird mit der Stecknadel ein kleines Loch gestochen. Dieses Blatt wird so gehalten oder befestigt, dass das Sonnenlicht durch das Loch fallen kann. Das zweite Blatt befindet sich dahinter und dient als Projektionsfläche. Auf ihm erscheint ein kleines Abbild der Sonnenscheibe. Während der Sonnenfinsternis lässt sich auf dieser Projektionsfläche beobachten, wie der Mond immer weiter vor die Sonne wandert und aus der runden Sonnenscheibe nach und nach eine schmale Sichel wird. Durch Veränderung des Abstands zwischen den beiden Blättern kann das projizierte Bild größer oder kleiner dargestellt werden. Ganz wichtig: Durch das Loch wird niemals hindurchgeschaut. Beobachtet wird ausschließlich das Bild der Sonne auf dem zweiten Blatt. Am einfachsten ist es, das Blatt mit dem kleinen Loch so auszurichten, dass niemand dafür direkt in Richtung Sonne blicken muss. Golem schlägt wegen des heute Abend sehr niedrigen Sonnenstands auch vor, das erste Blatt an einer nach Westen gerichteten Fensterscheibe zu befestigen und das zweite Blatt dahinter als Projektionsfläche zu verwenden. ### Warum der direkte Blick in die Sonne so gefährlich ist Auch wenn während der Finsternis rund 85 bis 90 Prozent der Sonne verdeckt sind, bleibt der sichtbare Rest extrem hell. Der NDR verweist auf Warnungen des Bundesamtes für Strahlenschutz und von Augenärzten: Die Augenlinse bündelt die Sonnenstrahlung auf der Netzhaut. Dort können innerhalb kürzester Zeit Schäden entstehen, die im schlimmsten Fall dauerhaft bleiben. Besonders tückisch: Eine Schädigung der Netzhaut verursacht nicht unbedingt sofort Schmerzen. Deshalb darf auch die teilweise verdeckte Sonne niemals ungeschützt betrachtet werden. Eine normale Sonnenbrille reicht ausdrücklich nicht aus. Gleiches gilt für CDs, dunkle Folien, geschwärzte Gläser, Röntgenbilder oder ähnliche improvisierte Filter. Noch gefährlicher ist der ungeschützte Blick durch ein Fernglas, Teleskop oder eine Kamera, weil deren Optik die Sonnenstrahlung zusätzlich bündelt. Wer direkt zur Sonne schauen möchte, benötigt dafür eine dafür vorgesehene Sonnenfinsternis-Brille mit geeigneter Filterwirkung. Bei der Papiermethode dagegen geht der Blick ausschließlich auf die Projektion – und nicht auf die Sonne selbst. Kinder sollten die Sonnenfinsternis nicht ohne einen Erwachsenen betrachten. ### HASEPOST übernimmt keine Haftung für den Nachbau Der beschriebene Last-Minute-Tipp basiert auf dem Prinzip einer einfachen Lochkamera beziehungsweise [Camera obscura](https://de.wikipedia.org/wiki/Camera_obscura). Wer die Methode ausprobiert, tut dies auf eigene Verantwortung. Die HASEPOST übernimmt keine Haftung für Schäden, die durch einen falschen Aufbau oder eine unsachgemäße Anwendung entstehen. Die wichtigste Regel lässt sich deshalb gar nicht oft genug wiederholen: Niemals direkt und niemals durch das Loch in die Sonne schauen. Das gilt auch dann, wenn die Sonne fast vollständig vom Mond verdeckt ist. --- Quelle: HASEPOST – Die Zeitung für Osnabrück