# Länder bringen Leistungswettkämpfe bei Bundesjugendspielen zurück Datum: 11.06.2026 11:20 Kategorie: Deutschland & die Welt URL: https://hasepost.de/laender-bringen-leistungswettkaempfe-bei-bundesjugendspielen-zurueck-721471/ --- Die Bildungsminister der Länder wollen den Wettkampfcharakter der Bundesjugendspiele an Grundschulen wieder stärken. Für Schülerinnen und Schüler der dritten und vierten Klassen soll der klassische Wettkampfmodus in Leichtathletik und Schwimmen künftig wieder als Option zugelassen werden. Eine bundeseinheitliche Pflicht ist nicht vorgesehen, die konkrete Ausgestaltung bleibt den Ländern und Schulen überlassen. Die Bildungsministerkonferenz (BMK) will dazu am Donnerstag in München einen Beschluss fassen, berichtet die "Bild". ## Rückkehr zu exakten Messungen Die geplante Neuausrichtung sieht vor, dass Leistungen etwa beim Sprint oder Weitsprung wieder auf die Sekunde beziehungsweise den Zentimeter genau gemessen werden. Mit einer Reform der Bundesjugendspiele im Jahr 2023 waren an vielen Grundschulen stärker spielerische Wettbewerbsformen eingeführt worden. Statt exakter Messungen kamen teils alternative Formate wie Zonenweitwurf oder Zeit-Schätzläufe zum Einsatz. Diese Änderungen hatten bundesweit Kritik von Eltern, Lehrkräften und Sportverbänden ausgelöst. Nun soll der Wettkampfcharakter der Bundesjugendspiele wieder stärker betont werden. Auch Bundesbildungsministerin Karin Prien (CDU) sprach sich für eine stärkere Orientierung am Leistungsprinzip aus. Schule könne anleiten, mit Misserfolgen umzugehen und Frust zu tolerieren, damit Kinder resiliente Erwachsene würden, sagte sie der „Bild“. Dazu gehöre auch, überdurchschnittliche Leistungen sichtbar zu machen. Sie habe sich dafür eingesetzt, dass die Bundesjugendspiele wieder als echter Wettkampf ausgetragen werden. Ab kommendem Schuljahr werde dieser wieder zulässig sein, sagte Prien. Besondere Leistung dürfe und müsse anerkannt werden. ### Unterschiedliche Wege der Länder Hessens Kultusminister Armin Schwarz (CDU) begrüßte die geplante Änderung. Es sei richtig, das Rad wieder zurückzudrehen, sagte er. Für das Funktionieren der Gesellschaft habe das Leistungsprinzip eine grundlegende Bedeutung. Kinder wollten sich messen. Sachsens Kultusminister Conrad Clemens (CDU) sagte der „Bild“: „Wer deutsche Olympia-Sieger haben möchte, sollte auch keine Angst vor Wettkämpfen in der Schule haben.“ Eine bundesweit verpflichtende Rückkehr zum klassischen Wettkampf ist allerdings nicht vorgesehen. Die konkrete Ausgestaltung der Bundesjugendspiele bleibt weiterhin den Ländern, Schulen und Lehrkräften überlassen. Die Bundesjugendspiele wurden 1951 eingeführt. ### Baden-Württemberg plant verbindliche Regeln Baden-Württembergs Kultusminister Andreas Jung will bei der Reform vorangehen. In seinem Bundesland sollen für die kommenden Bundesjugendspiele für alle Schulen verbindliche Regeln gelten. In Grundschulen soll ab der 3. und 4. Klasse wieder in Leichtathletik und Schwimmen präzise gemessen werden. Die traditionellen Urkunden werden durch „Goldurkunde“, „Silberurkunde“ und „Bronzeurkunde“ mit genauer Punktezahl ersetzt. „Es gehen nur Gewinner vom Platz“, sagte Jung der „Bild“. „Aber es ist auch ein Wettkampf.“ Jung ist überzeugt: Kinder wollten sich messen und könnten damit umgehen. ✨ mit KI bearbeitet --- Quelle: Hasepost.de - Die Zeitung für Osnabrück