Bei den Parlamentswahlen im Kosovo ist die Partei von Premierminister Albin Kurti zwar erneut stärkste Kraft geworden, verfehlte jedoch die notwendige Mehrheit zur Alleinregierung. Vetevendosje kam nach offiziellen Zahlen auf rund 42,9 Prozent und damit deutlich weniger als bei der vorherigen Wahl im Dezember. Die anhaltende politische Blockade bei der Wahl eines neuen Staatsoberhaupts dürfte damit vorerst nicht überwunden sein.
Vetevendosje verliert deutlich im Vergleich zur Dezember-Wahl
Die Partei des Premierministers Albin Kurti, Vetevendosje, erreichte nach Auszählung fast aller Stimmen offiziellen Zahlen zufolge rund 42,9 Prozent. Zuvor war sie bei der Wahl im Dezember noch auf 51 Prozent gekommen. Die oppositionelle Demokratische Partei des Kosovo (PDK) und die Demokratische Liga des Kosovo (LDK) erhielten 21,1 Prozent beziehungsweise 17,6 Prozent der Stimmen.
Dritte Wahl in 16 Monaten wegen blockierter Präsidentenwahl
Die nun abgehaltene Wahl war die dritte innerhalb von 16 Monaten. Sie wurde notwendig, da die politischen Parteien keinen neuen Staatschef wählen konnten, um die ehemalige Präsidentin Vjosa Osmani zu ersetzen. Obwohl Vetevendosje eine klare Mehrheit im Parlament hat, benötigt ein Präsident mindestens 80 Stimmen in der 120-köpfigen Versammlung. Aufgrund eines Boykotts der Opposition waren bei den jüngsten Parlamentsabstimmungen nicht genügend Abgeordnete anwesend, um eine gültige Wahl zu ermöglichen.
Anhaltende politische Krise und neue Mehrheitsverhältnisse
Die politische Krise im Kosovo dürfte nach den Wahlen anhalten. Kurti, der seine parlamentarische Mehrheit mit Unterstützung von Abgeordneten ethnischer Minderheiten bei der Wahl im Dezember erreichte, steht nun den beiden Hauptoppositionsparteien PDK und LDK gegenüber.