# Kürzungspläne beim Unterhaltsvorschuss: Massive Kritik an Merz Datum: 16.07.2026 13:04 Kategorie: Deutschland & die Welt URL: https://hasepost.de/kuerzungsplaene-beim-unterhaltsvorschuss-massive-kritik-an-merz-733039/ --- Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat mit einer Äußerung zur Verteidigung der geplanten Kürzung des Unterhaltsvorschusses scharfe Kritik ausgelöst. Betroffenenverbände, Opposition und der Koalitionspartner SPD werfen ihm mangelnde Wertschätzung für die Lebenssituation von Alleinerziehenden vor. Merz hatte auf seiner Sommer-Pressekonferenz erklärt, verbesserte Betreuungsangebote ermöglichten Alleinerziehenden mehr Erwerbsarbeit. ## Kritik von Betroffenenverbänden Daniela Jaspers, Bundesvorsitzende des Verbandes alleinerziehender Mütter und Väter, bezeichnete die Aussagen des Kanzlers gegenüber dem „Tagesspiegel“ (Freitagausgabe) als zutiefst verletzend. „Es ist ein Schlag ins Gesicht für Alleinerziehende, wenn der Bundeskanzler den Eindruck erweckt, sie würden nicht genug arbeiten“, sagte Jaspers der Zeitung. Der Verband vertritt die Interessen alleinerziehender Eltern und reagierte damit unmittelbar auf die Ausführungen von Merz. ### SPD warnt vor Belastung der Kinder Jasmina Hostert, familienpolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion, kritisierte in dem Bericht des „Tagesspiegels“ die Darstellung des Kanzlers, der Unterhaltsvorschuss könne durch mehr Erwerbsarbeit kompensiert werden. Merz solle den Unterhaltsvorschuss nicht als Ersatz für fehlende Erwerbsarbeit darstellen, sondern als das, was er wirklich sei: „ein Baustein für die Kompensation des Unterhalts, der ausfalle, weil sich ein Elternteil seiner Verantwortung entziehe“. Hostert betonte weiter, die Kinder von Alleinerziehenden dürften nicht für die Konsolidierung der Staatshaushalte in Anspruch genommen werden. ### Grüne Sozialpolitikerin spricht von „Schlagwort-Politik“ Auch aus den Reihen der Grünen kam deutliche Kritik. Die Sozialpolitikerin Ricarda Lang (Grüne), die nach eigenen Angaben bei ihrer alleinerziehenden Mutter aufgewachsen ist, sagte dem „Tagesspiegel“, dem Kanzler falle – „wie sonst auch – nichts anderes ein als: Sollen sie halt mehr arbeiten. Angela Merkel hatte die Raute, Olaf Scholz seinen Respekt“, so Lang. „Bei Friedrich Merz ist es diese einzigartige Mischung aus Empathie- und Ideenlosigkeit.“ --- Quelle: Hasepost.de - Die Zeitung für Osnabrück