# Kritik an Spritpreis-Entlastungen der Bundesregierung Typ: Artikel Veröffentlicht: 2026-09-19T17:02:10+02:00 Zuletzt aktualisiert: 2026-09-19T17:02:14+02:00 Kanonische URL: https://hasepost.de/kritik-an-spritpreis-entlastungen-der-bundesregierung-757719/ Kategorie: Deutschland & die Welt --- Die Linken-Vorsitzende Ines Schwerdtner, der Sozialverband Deutschland (SoVD) und der Verbraucherzentrale Bundesverband (VZBV) üben scharfe Kritik an den geplanten Maßnahmen. Sie fordern langfristige Lösungen statt kurzfristiger Hilfen. ## Kurzfristige Hilfe reicht nicht Ein Preisdeckel und niedrigere Steuern könnten kurzfristig helfen, "Ein Preisdeckel und niedrigere Steuern können kurzfristig helfen", sagte die Linken-Vorsitzende Ines Schwerdtner der Funke-Mediengruppe. „Aber ein Pflaster heilt noch keine Wunde. Was weiterhin fehlt, ist ein Plan, wie Energie langfristig bezahlbar wird und nicht zum Luxusgut wird.“ Solange Deutschland bei Öl und Gas von internationalen Krisen und Konflikten abhängig bleibe, sei der nächste Preisschock nur eine Frage der Zeit, so Schwerdtner. Die Bundesregierung müsse daher mehr Druck für diplomatische Lösungen ausüben und den Umstieg auf erneuerbare Energien beschleunigen. Notwendig sei eine Strategie für dauerhaft bezahlbare Energie. ### SoVD: Tankrabatt ist unsolidarisch Der Sozialverband Deutschland (SoVD) bewertet die Beschlüsse als zweischneidig. Gut sei, dass die Bundesregierung jetzt handle, denn die Menschen bräuchten schnelle Entlastung, sagte SoVD-Vorstandsvorsitzende Michaela Engelmeier. Allerdings halte der Verband Gießkannenlösungen wie den Tankrabatt nicht für die richtige Lösung. Diese kosteten den Staat und die Steuerzahler Millionen oder gar Milliarden, entlasteten aber auch diejenigen, die keine Unterstützung benötigten. Das sei unsolidarisch. Den Spritpreisdeckel begrüßte Engelmeier hingegen als sinnvolle Maßnahme. Enttäuschend sei jedoch, dass krisenbedingte Übergewinne nicht konsequenter abgeschöpft würden. ### VZBV fordert zielgenaue Entlastungen Die Vorständin des Verbraucherzentrale Bundesverbandes (VZBV), Ramona Pop, kritisiert die geplanten Maßnahmen als zu wenig zielgerichtet. „Die Bundesregierung greift erneut zur Gießkanne. Das ist teuer, kurzsichtig und wenig zielgenau“, sagte Pop der „Rheinischen Post“. Stattdessen brauche es Entlastungsmaßnahmen, die vor allem Haushalte mit kleinen und mittleren Einkommen erreichten und die beginnende Heizperiode in den Blick nähmen. Eine kurzfristige Reaktion an der Zapfsäule ersetze kein durchdachtes Entlastungskonzept für steigende Energiekosten, mahnte Pop. Zur notwendigen Weitsicht gehöre auch, die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern konsequent zu verringern. --- Quelle: HASEPOST – Die Zeitung für Osnabrück