# Kritik an Reiches CCS-Plänen für Nordsee-Speicher Typ: Artikel Veröffentlicht: 2026-10-07T22:52:09+02:00 Zuletzt aktualisiert: 2026-10-07T22:52:13+02:00 Kanonische URL: https://hasepost.de/kritik-an-reiches-ccs-plaenen-fuer-nordsee-speicher-764253/ Kategorie: Deutschland & die Welt --- Wissenschaftler und Umweltschützer warnen vor den Plänen der Bundeswirtschaftsministerin, CO2 unter der Nordsee einzulagern. Sie verweisen auf hohe Kosten, begrenzte Kapazitäten und die Gefahr, dass die Technologie den Klimaschutz ausbremst. ## Hohe Kosten und sinkende Speicherkapazitäten Das 2025 beschlossene Kohlendioxid-Speicherungs- und -Transportgesetz (KSpTG) erlaubt den Einsatz von CCS auch für Erdgas. Fast alle Industrien außer Kohlekraftwerke können Fördermittel beantragen. Geostor-Leiter Klaus Wallmann kritisiert diese Technologieoffenheit: „Es ist problematisch, den Ausbau der erneuerbaren Energien zu begrenzen und darauf zu hoffen, mit der teuren CCS-Technologie die Klimaziele zu erreichen“. Zudem betragen die Kosten für CCS schätzungsweise 150 bis 250 Euro pro Tonne CO2 – deutlich über dem aktuellen CO2-Preis von rund 74 Euro. Eine aktualisierte Analyse von Geostor, vor wenigen Tagen veröffentlicht, bestätigt diese Zahlen. ### Speicherpotenziale deutlich reduziert Die möglichen Lagerstätten in der deutschen Ausschließlichen Wirtschaftszone (AWZ) bieten nur noch Platz für 0,5 bis 1,5 Milliarden Tonnen CO2. Vor zwei Jahren waren noch bis zu 6 Milliarden Tonnen veranschlagt worden. Gründe für die Korrektur sind konkurrierende Nutzungen wie Windparks, Schiffsrouten und Naturschutzgebiete. Wallmann warnt: "CCS wird dann zu einem Feigenblatt für einen ausgebremsten Klimaschutz." CCS solle nur für Branchen genutzt werden, die ihre Emissionen nicht anders vermeiden könnten, etwa die Zementindustrie. ### Greenpeace fordert Überarbeitung der Bundesstrategie Greenpeace sieht die geplante Carbon-Management-Strategie des Bundes vor einem Scherbenhaufen. Karsten Smid begründet dies mit überhöhten Prognosen zu den CO2-Endlagerkapazitäten in der deutschen Nordsee. Die Organisation fordert eine Überarbeitung der Pläne. --- Quelle: HASEPOST – Die Zeitung für Osnabrück