# Krankenkassen-Sparpaket: DKG warnt vor massiver Klinikpleite-Welle Datum: 14.07.2026 00:24 Kategorie: Deutschland & die Welt URL: https://hasepost.de/krankenkassen-sparpaket-dkg-warnt-vor-massiver-klinikpleite-welle-732136/ --- Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) warnt vor gravierenden Folgen des vom Bundesrat verabschiedeten Krankenkassen-Sparpakets für die Kliniken in Deutschland. Nach Einschätzung der DKG droht in den kommenden Jahren eine Insolvenzwelle, die bis zu einem Drittel der Krankenhäuser treffen könnte. Besonders betroffen wären demnach Grund- und Regelversorger in ländlichen Regionen. Die DKG fordert die Bundesländer auf, finanziell gegenzusteuern. ## DKG warnt vor Insolvenzwelle Die Deutsche Krankenhausgesellschaft befürchtet, dass ein Drittel der Kliniken das am Freitag vom Bundesrat durchgewunkene Krankenkassen-Sparpaket nicht überleben wird. „Wir müssen damit rechnen, dass noch mehr Kliniken in die Schieflage geraten. Seit 2022 haben bundesweit schon 85 Krankenhäuser mit 102 Standorten Insolvenz angemeldet. Einige davon sogar schon zum zweiten Mal. Die Reform senkt die Kreditwürdigkeit der Häuser, schon jetzt haben viele nur liquide Mittel für vier Wochen. Es droht eine Insolvenzwelle über drei Jahre, in der Zeit droht ein Drittel der Kliniken zu verschwinden“, sagte Gerald Gaß, Vorstandschef der DKG, der „Rheinischen Post“. Besonders bedroht seien Grund- und Regelversorger in ländlichen Regionen. ### Schließungen bei Notaufnahmen, Geburtshilfen und Kinderstationen Als Erstes würden Kliniken nach Einschätzung der DKG Notaufnahmen, Geburtshilfen und Kinderstationen schließen, da sie in vielen Häusern als größte Verlustbringer gelten. „Schon in den vergangenen zehn Jahren haben viele Geburtshilfen geschlossen. Bundesweit haben wir nur noch rund 570 Geburtshilfen, früher waren es mal fast 1.200. Es ist der Bereich, der am meisten quer subventioniert wird. Das wird nicht mehr möglich sein. Hier drohen nach einer aktuellen Umfrage unter den Klinikträgern 61 Prozent der Geburtshilfen wegzufallen oder die Versorgung einzuschränken“, sagte Gaß weiter der „Rheinischen Post“. Zahlreiche Kliniken würden demnach ihre Notaufnahme schließen und nicht mehr für 24 Stunden erreichbar sein. ### Forderung nach finanzieller Unterstützung der Länder Der DKG-Chef rief nun die Länder auf, den Kliniken zu helfen. „Wir setzen auf die Länder. Die Länder müssen die Hälfte des Sparvolumens von acht Milliarden Euro ausgleichen, also vier Milliarden zahlen. Sonst gibt es ein kaltes Kliniksterben zulasten der Patienten und Regionen“, sagte Gaß der „Rheinischen Post“. --- Quelle: Hasepost.de - Die Zeitung für Osnabrück