# Krankenhäuser: Rekordzahl Pflegekräfte treibt Kosten und Streit Datum: 19.03.2026 04:09 Kategorie: Deutschland & die Welt URL: https://hasepost.de/krankenhaeuser-rekordzahl-pflegekraefte-treibt-kosten-und-streit-693038/ --- Die Zahl der Pflegekräfte in deutschen Krankenhäusern ist 2024 auf rund 409.000 Vollzeitäquivalente gestiegen. Während die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) darin ein Zeichen für die Attraktivität des Gesundheitssektors sieht, beklagen die gesetzlichen Krankenkassen eine kostentreibende Entwicklung. Zwischen Kassen und Pflegevertretern ist ein Streit über die Folgen des Personalaufbaus entbrannt. ## Mehr Pflegepersonal in den Kliniken Die Zahl der Pflegekräfte in Krankenhäusern ist 2024 auf rund 409.000 Vollzeitäquivalente gestiegen. Das geht aus Zahlen des Fachkräftemonitorings der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) hervor, über die das Nachrichtenportal „Politico“ berichtet. Henriette Neumeyer, stellvertretende Vorstandsvorsitzende der DKG, wertet die Entwicklung positiv. „Das Interesse an der Arbeit im Krankenhauswesen und an entsprechenden Ausbildungswegen ist hoch und zeigt die anhaltende Attraktivität des Gesundheitssektors“, sagte sie laut „Politico“. Zugleich räumte sie Vorbehalte gegenüber einer systematischen Personalplanung ein: „Eine bedarfsgerechte Personalbemessung wird grundsätzlich als wichtig anerkannt, stößt jedoch noch nicht überall auf Akzeptanz, da sie vielfach als zu starr und bürokratisch wahrgenommen wird und ihre Vorteile in den Krankenhäusern bislang nicht ausreichend zur Geltung kommen.“ ### Steigende Kosten belasten Krankenkassen Die steigenden Pflegepersonalkosten belasten nach den vorliegenden Angaben zunehmend die gesetzlichen Krankenkassen. Laut Bundesgesundheitsministerium stiegen die Pflegepersonalkosten 2025 um rund zwölf Prozent, die Kosten für die Krankenhausbehandlungen insgesamt um 9,6 Prozent. Für die Vertreter der gesetzlichen Krankenkassen ist diese Entwicklung problematisch. „Jetzt reicht es. Wir erleben derzeit im Krankenhaussektor eine gefährliche Entkoppelung von ökonomischer Realität und politischer Rhetorik“, sagte Johannes Wolff, Abteilungsleiter Krankenhäuser beim GKV-Spitzenverband. „Während das Wirtschaftswachstum stagniert, driften die Gesundheitsausgaben ungebremst nach oben. Der zentrale Treiber dieser Entwicklung ist das (Pflege)personal, das sich zum Ausgabentreiber entwickelt hat.“ Es gebe einen historischen Höchststand an Beschäftigten. „Doch dieser massive Personalaufbau führt paradoxerweise nicht zu einer effizienteren Versorgung.“ Man finanziere „immer mehr Personal für immer weniger Patienten“. ### Pflegerat widerspricht Ausgabenkritik Der Pflegerat wies die Kritik der Krankenkassen zurück. „Der Personalaufbau ist kein Beleg für Entwarnung, sondern für einen lange ignorierten Mangel“, sagte Christine Vogler, Präsidentin des Deutschen Pflegerats. In den frühen 2000er Jahren seien mehr als 50.000 Stellen abgebaut worden, was jetzt „mühsam korrigiert“ werde. ✨ mit KI bearbeitet --- Quelle: Hasepost.de - Die Zeitung für Osnabrück