# Kommunen bleiben mit 20,1 Milliarden im Defizit Typ: Artikel Veröffentlicht: 2026-10-01T13:42:09+02:00 Zuletzt aktualisiert: 2026-10-01T13:42:14+02:00 Kanonische URL: https://hasepost.de/kommunen-bleiben-mit-201-milliarden-im-defizit-762019/ Kategorie: Deutschland & die Welt --- Die Gemeinden und Gemeindeverbände in Deutschland verzeichneten im ersten Halbjahr 2026 ein Finanzierungsdefizit von 20,1 Milliarden Euro. Damit liegt das Defizit auf dem Rekordniveau des Vorjahreszeitraums, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag mitteilte. ## Kernhaushalte als Haupttreiber Das Defizit geht vor allem auf die kommunalen Kernhaushalte zurück, die ein Minus von 20,0 Milliarden Euro auswiesen. Die Extrahaushalte trugen mit 0,1 Milliarden Euro zum Gesamtdefizit bei. Die bereinigten Ausgaben der Kern- und Extrahaushalte stiegen um 2,7 Prozent auf 204,1 Milliarden Euro, während die Einnahmen um 3,0 Prozent auf 184,0 Milliarden Euro zunahmen. ### Ausgaben steigen, Investitionen sinken Die meisten Ausgabekategorien wuchsen: Personalausgaben (+5,2 % auf 54,7 Mrd. Euro), laufende Sachaufwendungen (+4,0 % auf 49,5 Mrd. Euro), Soziale Leistungen (+3,9 % auf 46,3 Mrd. Euro) und zweckgebundene Zuweisungen an den nicht-öffentlichen Bereich (+5,2 % auf 25,4 Mrd. Euro). Besonders stark stiegen die Zinsausgaben um 13,1 % auf 2,4 Mrd. Euro. Gleichzeitig sanken die Sachinvestitionen um 4,5 % auf 21,7 Mrd. Euro und die Baumaßnahmen um 2,4 % auf 15,5 Mrd. Euro. ### Steuereinnahmen und Zuweisungen im Detail Die Steuereinnahmen (netto) der Kommunen stiegen nur leicht um 0,9 % auf 57,3 Mrd. Euro. Dabei gingen die Gewerbesteuereinnahmen um 2,0 % auf 30,8 Mrd. Euro zurück, während die Gemeindeanteile an der Einkommensteuer (+0,5 % auf 14,7 Mrd. Euro), Grundsteuern (+4,1 % auf 7,5 Mrd. Euro) und der Umsatzsteueranteil (+26,9 % auf 3,3 Mrd. Euro) zulegten. Die Schlüsselzuweisungen an die Kommunen stiegen um 0,3 % auf 30,3 Mrd. Euro, die zweckgebundenen Zuweisungen der Länder um 3,4 % auf 19,4 Mrd. Euro und die Investitionszuweisungen um 8,7 % auf 5,7 Mrd. Euro. Die Einnahmen aus Verwaltungs- und Benutzungsgebühren erhöhten sich um 5,7 % auf 26,5 Mrd. Euro, wobei die Extrahaushalte mit +8,3 % (13,4 Mrd. Euro) stärker zulegten als die Kernhaushalte (+3,2 % auf 13,1 Mrd. Euro). --- Quelle: HASEPOST – Die Zeitung für Osnabrück