# Kohleausstieg: Union warnt vor Stromlücken Typ: Artikel Veröffentlicht: 2026-11-08T16:22:05+01:00 Zuletzt aktualisiert: 2026-11-08T16:22:09+01:00 Kanonische URL: https://hasepost.de/kohleausstieg-union-warnt-vor-stromluecken-775715/ Kategorie: Deutschland & die Welt --- Die CDU/CSU-Bundestagsfraktion betont die Versorgungssicherheit als Priorität beim vorgezogenen Kohleausstieg im Rheinischen Revier. Energieökonomen warnen hingegen vor möglichen Stromknappheiten und steigenden Preisen. Neue Gaskraftwerke sollen die Energiewende absichern, doch Experten sehen Risiken für die Winter 2031 und 2032. ## Versorgungssicherheit als zentrale Forderung Der wirtschafts- und energiepolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Andreas Lenz, stellt die Versorgungssicherheit in den Mittelpunkt der Debatte um den vorgezogenen Kohleausstieg. “Neben der Frage der Bezahlbarkeit ist die Versorgungssicherheit – das heißt in dem Fall die Verfügbarkeit von Elektrizität zu jeder Tages- und Jahreszeit – entscheidend”, erklärte Lenz gegenüber dem WDR und dem “Kölner Stadt-Anzeiger”. Jede Kraftwerksabschaltung werde von der Bundesnetzagentur auf ihre Auswirkungen geprüft, um die Stromversorgung “die jederzeit gewährleistet sein muss”. Lenz verwies zudem auf das im Sommer 2026 in Kraft getretene Versorgungssicherheitsgesetz (StromVKG). Es soll die Stromversorgung auch bei sogenannten Dunkelflauten und nach dem Kohleausstieg gewährleisten. Das Gesetz regelt außerdem den Bau neuer Gaskraftwerke, die als Brückentechnologie dienen sollen. ### Energieökonomen sehen Risiken Energieexperten äußern jedoch erhebliche Bedenken. Manuel Frondel vom RWI – Leibniz-Institut in Essen warnte: “Der Ausstieg kann meines Erachtens nicht funktionieren, wenn wir nicht riskieren wollen, dass die Versorgungssicherheit leidet und dass die Strompreise weiter steigen.” Er geht davon aus, dass der Beschluss zum vorgezogenen Kohleausstieg noch revidiert werden könnte, um “Stromknappheiten” und “explodierende Strompreise” zu verhindern. Auch Andreas Löschel, Vorsitzender der unabhängigen Energiekommission der Bundesregierung, zeigt sich skeptisch. Nach den Ausschreibungen für Reserve-Gaskraftwerke müsse die Versorgungssicherheitssituation neu bewertet werden. “wird man sich tatsächlich noch mal die Karten legen müssen und genau hinschauen müssen, wie ist eigentlich die Versorgungssicherheitssituation, insbesondere im Winter 2031 und im Winter 2032” Aktuell zeichne sich ab, dass Nordrhein-Westfalen “in diesen beiden Wintern durchaus Probleme bekommen”. ### Gaskraftwerke als Übergangslösung Bei der ersten Ausschreibung für neue Gaskraftwerke, die die Energiewende absichern sollen, erhielt Nordrhein-Westfalen eine zugesprochene Leistung von 2,1 Gigawatt. Das entspricht 41 Prozent der bundesweit ausgeschriebenen Kapazität. Die Kraftwerke sollen laut Bundesnetzagentur spätestens 2031 ans Netz gehen – ein Jahr nach dem geplanten Kohleausstieg. Ob die neuen Anlagen die erwarteten Lücken schließen können, bleibt jedoch umstritten. --- Quelle: HASEPOST – Die Zeitung für Osnabrück