# Koalition will Fixkostendegression für Ärzte streichen Typ: Artikel Veröffentlicht: 2026-09-30T08:42:04+02:00 Zuletzt aktualisiert: 2026-09-30T08:42:08+02:00 Kanonische URL: https://hasepost.de/koalition-will-fixkostendegression-fuer-aerzte-streichen-761467/ Kategorie: Deutschland & die Welt --- Union und SPD haben sich auf die Streichung der umstrittenen Fixkostendegression für Hausärzte sowie Kinder- und Jugendärzte geeinigt. Die Korrektur am GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz soll noch im Oktober beschlossen werden, um vor dem Inkrafttreten der Regelung zum 1. Januar 2027 zu wirken. ## Kritik an geplanten Abschlägen für Mehrleistungen Der gesundheitspolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Christos Pantazis, bezeichnete die Streichung als „Das ist eine wichtige Korrektur und ein großer Erfolg für die ambulante Versorgung. Der Fixkostendegressionsabschlag wäre das falsche Instrument am falschen Ort gewesen“. Praxen, die zusätzliche Patienten aufnehmen und damit die Versorgung sichern, „dürfen dafür nicht mit einer niedrigeren Vergütung bestraft werden.“ Mit dem BStabG sollte die Vergütung in der hausarztzentrierten Versorgung bei steigenden Leistungs- oder Einschreibemengen begrenzt werden. Für Haus- und Kinderärzte war ein Abschlag vorgesehen: Bei Überschreitung einer bestimmten Patientenzahl hätte die Praxis für zusätzliche Leistungen weniger Geld erhalten. Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) hatte vor den Folgen gewarnt, auch für Vorsorgeuntersuchungen. "Man müsste sich im Extremfall überlegen, ob man Eltern sagt, Wir haben die Menge erfüllt und können einen weiteren Termin für eine U3 weder personell noch finanziell leisten", hatte BVKJ-Vizepräsidentin Anke Steuerer erklärt. ### Widerspruch zur Stärkung der Primärversorgung Pantazis verwies auf einen Widerspruch zur geplanten Stärkung der Primärversorgung. "Wir haben gerade in der Primärversorgung vielerorts einen Flaschenhals", sagte er. Es sei nicht sinnvoll, Haus- und Kinderärzte einerseits zu entbudgetieren und ein stärker hausärztlich koordiniertes System aufzubauen, andererseits aber Praxen finanziell zu bremsen, die mehr Patienten versorgen. "Die hausarztzentrierte Versorgung wollen wir stärken und weiterentwickeln". Dann könne man "nicht gleichzeitig finanzielle Anreize setzen, die ihre Ausweitung erschweren." ### Weitere Korrekturen am BStabG geplant Die Koalition plant weitere Anpassungen am BStabG. Dazu gehören Nachbesserungen bei der psychotherapeutischen Versorgung und die Rückkehr zur Pflicht für Krankenkassen, Versicherte bei einer Erhöhung des Zusatzbeitrags individuell zu informieren. Auch zusätzliche Maßnahmen zur finanziellen Stabilisierung der Krankenhäuser in Höhe von 550 Millionen Euro sollen Teil des Pakets sein. Das BStabG soll grundsätzlich den Ausgabenanstieg in der gesetzlichen Krankenversicherung begrenzen und die Beitragssätze stabilisieren. Zugleich sind weitere Strukturreformen geplant, für die eine Kommission Ende des Jahres Vorschläge vorlegen soll. Pantazis betonte, die Beitragssatzstabilisierung bleibe notwendig, es müsse aber genau geprüft werden, "wo wir sparen können und wo wir sparen dürfen". Gerade in der Primärversorgung dürfe es keine finanziellen Anreize geben, die die Aufnahme zusätzlicher Patienten erschweren. --- Quelle: HASEPOST – Die Zeitung für Osnabrück