# Koalition ringt um Härtefallregeln bei Rente Datum: 02.08.2026 18:52 Kategorie: Deutschland & die Welt URL: https://hasepost.de/koalition-ringt-um-haertefallregeln-bei-rente-738545/ --- Im Streit um die Abschaffung der Rente mit 63 zeichnen sich Nachbesserungen für Härtefälle ab. SPD und CDU signalisieren Gesprächsbereitschaft, während Oppositionsparteien die Pläne scharf kritisieren. ## SPD und CDU für Nachbesserungen offen Der Parlamentarische Geschäftsführer der SPD-Fraktion im Bundestag, Dirk Wiese, warnte in der „Welt“ davor, das Rentenpaket komplett wieder aufzuschnüren. Dennoch sei es wichtig, dass „mindestens eine klare und deutliche Härtefallregelung“ gefunden werde. „Da denke ich beispielhaft an den jahrelangen Schichtarbeiter in der Stahl- und Metallindustrie“, sagte Wiese. Zudem brauche es einen starken Vertrauensschutz für 58- oder 59-Jährige, die den abschlagsfreien Renteneintritt nach 45 Beitragsjahren eingeplant hätten. „Darüber sollten wir mindestens im parlamentarischen Verfahren gründlich beraten.“ Der CDU-Sozialexperte Marc Biadacz zeigte sich offen für Nachverhandlungen. Im parlamentarischen Verfahren wolle man gemeinsam mit der SPD über den künftigen Zugang zur Erwerbsminderungsrente beraten. Für Menschen, die aus Gesundheitsgründen vorzeitig aus dem Arbeitsleben ausscheiden müssten, brauche es praxistaugliche Regelungen. ### Opposition übt scharfe Kritik Die AfD forderte die Beibehaltung der "Rente mit 63". "Wer 45 Jahre gearbeitet hat, sollte ohne Abschläge in Rente gehen können", so die Rentenpolitikerin Ulrike Schielke-Ziesing. Dass sich die Ministerpräsidenten der CDU in Ostdeutschland gegen die Abschaffung der „Rente mit 63“ positionierten, sei vor dem Hintergrund der anstehenden Landtagswahlen verständlich. Eine Chance auf Durchsetzung ihrer Positionen hätten sie aber nicht. „So ist die Positionierung der Ost-Ministerpräsidenten nichts anderes als Wahlkampfgetöse.“ "Das Vorhaben von Union und SPD, die Rente nach 45 Versicherungsjahren abschaffen zu wollen, ist falsch und respektlos gegenüber den hart arbeitenden Menschen – gut, dass nun auch einige ostdeutsche CDU-Ministerpräsidenten das erkennen", sagte die Linke-Rentenpolitikerin Sarah Vollath der „Welt“. Zu befürchten sei aber, dass sie „nur billig Wahlkampf mit dem Thema Rente machen und so im Osten auf Stimmenfang gehen – genauso wie einige Stimmen aus der SPD“. Die Grünen forderten Verlässlichkeit und eine Beibehaltung des Rentenniveaus. "Das Rentenniveau abzusenken, bedeutet gerade für Frauen und viele Menschen im Osten Altersarmut. Das darf nicht passieren", so Grünen-Fraktionsvize Andreas Audretsch. Alle, die ihren Renteneintritt geplant hätten, müssten auf Verlässlichkeit vertrauen können. Mittelfristig brauche es eine Reform, die sicherstelle, dass diejenigen, die gesundheitlich nicht länger arbeiten könnten, weiter ohne Abschläge vorzeitig in den Ruhestand gehen könnten. --- Quelle: Hasepost.de - Die Zeitung für Osnabrück