# Kinderreport 2026: Massive Defizite bei Bildungsgerechtigkeit in Deutschland Datum: 26.05.2026 13:20 Kategorie: Deutschland & die Welt URL: https://hasepost.de/kinderreport-2026-massive-defizite-bei-bildungsgerechtigkeit-in-deutschland-716111/ --- In Deutschland besteht nach Einschätzung des Deutschen Kinderhilfswerks erheblicher Handlungsbedarf bei der Bildungsgerechtigkeit. Der am Dienstag in Berlin vorgestellte "Kinderreport 2026" sieht insbesondere Kinder aus sozial benachteiligten Familien im Nachteil und fordert mehr finanzielle Mittel sowie umfassende Reformen im Bildungssystem. Eine begleitende Forsa-Umfrage zeigt, dass sowohl Erwachsene als auch Kinder und Jugendliche einheitliche Bildungsstandards und vergleichbare Bildungsbedingungen in ganz Deutschland befürworten. ## Kinderreport 2026: Mehr Geld, Reformen und kostenlose Bildung Der „Kinderreport 2026“, den das Deutsche Kinderhilfswerk gemeinsam mit Bundesfamilienministerin Karin Prien (CDU) in Berlin vorgestellt hat, zeichnet ein deutliches Bild: Für eine Verbesserung der Bildungschancen, insbesondere für Kinder aus sozial benachteiligten Familien, seien mehr finanzielle Mittel und umfassende Reformen im Bildungssystem notwendig, so das Kinderhilfswerk. Die Ergebnisse der im Rahmen des Reports durchgeführten Forsa-Umfrage legen nahe, dass in der Bevölkerung der Wunsch nach einheitlichen Bildungsstandards und vergleichbaren Bildungsbedingungen in allen Bundesländern groß ist. Ein weiterer zentraler Punkt des Berichts ist die Forderung nach kostenfreier Bildung von der Kita bis zur Schule. Zudem wird der Ausbau qualifizierten Personals gefordert, um pädagogische Fachkräfte zu entlasten. Der Kinderreport betont darüber hinaus die Bedeutung einer stärkeren Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Bildungsinstitutionen. Besonders hervorgehoben wird die Notwendigkeit eines schnellen und verpflichtenden Zugangs geflüchteter Kinder zur Schule. ### Ausbauprogramm für Kitas und Fachkräfteoffensive gefordert Zu den zentralen Forderungen des Deutschen Kinderhilfswerks gehört ein bundesweites Ausbauprogramm zur Schaffung von mindestens 400.000 Kita-Plätzen. Außerdem wird eine Fachkräfteoffensive für die frühkindliche Bildung verlangt. Nach den drängendsten Forderungen an den Bund gefragt, sagte Bundesgeschäftsführer Holger Hofmann der dts Nachrichtenagentur, dass der Bund die Möglichkeit habe, den Ländern mit Programmen unter die Arme zu greifen – gerade beim Thema Chancengerechtigkeit. Hofmann verwies dabei als Beispiel auf das Startchancenprogramm, wobei die Frage im Raum stehe, inwieweit dieses in der Breite auch wirke. „Das wird sich noch zeigen müssen, wie auch weitere Investitionen notwendig sind“, sagte er der dts Nachrichtenagentur. Auch beim Ausbau des Ganztags sei der Bund beteiligt. Es gehe aber nicht immer nur ums Geld, betonte Hofmann. Es gehe darum, das zu fördern, was die Bildungslandschaft in Deutschland auszeichne. „Dazu zählt die Jugendarbeit, dazu zählen die außerschulischen Partner, die Stadtbibliotheken, das Ehrenamt in den Vereinen und hier müssen wir geschlossen agieren.“ Das werde eine große Aufgabe für alle Beteiligten – auch für die Zivilgesellschaft. „Und der Bund kann natürlich an solchen Stellen auch Signale setzen, kann Anregung auch geben, damit hier gute Praxis entsteht“, sagte Hofmann der dts Nachrichtenagentur. ### Bund und Länder: Startchancenprogramm und Roadmap Bundesfamilienministerin Prien stimmte den Einschätzungen des Kinderhilfswerks im Kern zu. Es gebe eine „hohe Übereinstimmung“, sagte sie der dts Nachrichtenagentur. Auch sie verwies auf das Startchancenprogramm. Dabei gehe es laut Prien nicht nur um die Schulen, die bereits im System seien, sondern auch darum, was auf andere Schulen übertragen werden könne. Der Ganztagsausbau könne zudem dazu beitragen, die Lage vor allem von Kindern mit besonderen Förderbedarfen zu verbessern. Darüber hinaus gehe es um ein länger dauerndes Programm zur Förderung der Sprachkenntnisse, so Prien gegenüber der dts Nachrichtenagentur. „Und dann bin ich ehrlicherweise sehr froh, dass relativ unbeobachtet von der Öffentlichkeit es gelingt jetzt in den letzten Monaten, dass wir zwischen Bund und Ländern gemeinsam eine Roadmap verabschiedet haben.“ Dabei gehe es um die Schwerpunkte, um die Trendwende im Bildungssystem zu erreichen. Es seien sieben Felder identifiziert worden, wobei es unter anderem um die datengestützte Schul- und Unterrichtsentwicklung gehe, aber auch um die Verbesserung des „Wohlbefindens“ von Kindern und Jugendlichen an den Schulen. „Nur wer sich wohlfühlt in der Schule, kann auch gut lernen und wir wollen, dass alle Kinder besser lernen können“, sagte die Ministerin der dts Nachrichtenagentur. ✨ mit KI bearbeitet --- Quelle: Hasepost.de - Die Zeitung für Osnabrück