# Kinderärzte warnen vor Kollaps der Kinderpflege Datum: 10.08.2026 01:42 Kategorie: Deutschland & die Welt URL: https://hasepost.de/kinderaerzte-warnen-vor-kollaps-der-kinderpflege-741312/ --- Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte sieht die Gesundheitspflege für Minderjährige am Rande des Zusammenbruchs. Bundessprecher Jakob Maske fordert Gesundheitsminister Carsten Linnemann auf, die Pflegereform von 2020 zurückzudrehen. Andernfalls drohten unerträgliche Zustände. ## Personalnot als zentrales Problem Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) warnt vor "unerträglichen". Zuständen bei der Gesundheitspflege Minderjähriger, sollte Gesundheitsminister Carsten Linnemann (CDU) nicht rasch eingreifen. "Es hat noch niemand so richtig verstanden, was da läuft. Schon etliche Stationen müssen schließen, weil die Häuser nicht genug Personal finden. In der Spezialpflege für Frühgeborene, Schwerstkranke und Intensivpatienten ist der Mangel schon himmelschreiend". Jakob Maske, Bundessprecher des BVKJ, betonte in der "Neuen Osnabrücker Zeitung", dass die Lage bereits jetzt kritisch sei. "Ich fürchte, dass es da bald einen großen Knall gibt. Es wird nicht mehr lange dauern. Die einen gehen weg, die anderen kommen nicht nach, in den kommenden drei, vier Jahren wird es unerträglich." ### Verlegungen und Reformkritik Maske erinnerte an die Situation vor zwei Jahren, als Kinder wegen überlasteter Kliniken und fehlendem Personal über Hunderte Kilometer verlegt werden mussten. Solche Szenarien könnten wiederkehren, warnte er. Als Hauptgrund für den Personalmangel nannte er die generalistische Pflegeausbildung: "leider unglaublich viel kaputt-zerstört" worden. Wer Kinder pflegen wolle, müsse zuvor zwei Jahre mit Erwachsenen arbeiten – das schrecke viele ab. 16- und 18-Jährige würden den Beruf meiden, weil sie nicht mit Erwachsenen arbeiten wollten, wie Befragungen zeigten. Maske appellierte an Linnemann, die Reform zurückzudrehen. "Würde sich Carsten Linnemann da rantrauen, wäre das ein unglaublich großes Verdienst", sagte er der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Eine Rückkehr zur spezialisierten Kinder- und Jugendgesundheitspflege würde seiner Einschätzung nach den Zulauf deutlich erhöhen – vorausgesetzt, es würden wieder Ausbildungskapazitäten geschaffen. --- Quelle: Hasepost.de - Die Zeitung für Osnabrück