Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte warnt vor erheblichen Folgen der von der Koalition geplanten Abschaffung der telefonischen Krankschreibung für Familien. Eltern müssten kranke Kinder künftig wieder in die Praxis bringen, statt sie aus der Ferne „kindkrank“ schreiben zu lassen, kritisierte der Verband in der „Frankfurter Rundschau“ (Freitagausgabe) von „Ippen Media“.
Kinderärzte sprechen von „medizinischem Unsinn“
Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte hat die Pläne der Koalition scharf kritisiert, telefonische Krankschreibungen wieder zu streichen. „Das trifft Kinder mit voller Härte“, sagte Jakob Maske, Bundessprecher des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte, der „Frankfurter Rundschau“ (Freitagausgabe) von „Ippen Media“.
Ein fieberndes Kind könne nicht mehr im Bett bleiben und sich auskurieren, sondern müsse im schlimmsten Zustand in überfüllte Wartezimmer geschleppt werden. „Das ist medizinischer Unsinn und eine enorme Belastung für die Familien“, sagte Maske der „Frankfurter Rundschau“ (Freitagausgabe) von „Ippen Media“. „Es ist ein massiver gesundheitspolitischer Rückschritt“, so der Bundessprecher weiter.
Entlastung durch telefonische Krankschreibung
Seit Dezember 2023 konnten sich Eltern vom Arzt telefonisch „kindkrank“ schreiben lassen. Dies sei „eine unglaubliche Erleichterung für alle Beteiligten“ gewesen, sagte Maske der „Frankfurter Rundschau“ (Freitagausgabe) von „Ippen Media“. Viele Mitglieder des Berufsverbands hätten diese Möglichkeit genutzt, denn Kinder- und Jugendärzte könnten am Telefon sehr wohl abwägen, ob ein Kind wegen eines Infekts zu Hause bleiben müsse oder ob es mit einem harmlosen Hautausschlag in die Kita könne.
Sorge vor weiterer Belastung der Praxen
„Die Pläne von Union und SPD werden die ohnehin chronisch überlasteten Kinderarztpraxen schwer treffen“, kritisiert Maske gegenüber der „Frankfurter Rundschau“ (Freitagausgabe) von „Ippen Media“. „Statt die telefonische Krankschreibung abzuschaffen, sollte lieber eine digitale Kindkrank-AU eingeführt werden“, fordert der Bundessprecher in der „Frankfurter Rundschau“ (Freitagausgabe) von „Ippen Media“.
