# Kalifornien: Newsom wandelt alle Todesurteile in Haftstrafen um Typ: Artikel Veröffentlicht: 2026-11-06T13:47:28+01:00 Zuletzt aktualisiert: 2026-11-06T13:47:28+01:00 Kanonische URL: https://hasepost.de/kalifornien-newsom-wandelt-alle-todesurteile-in-haftstrafen-um-775110/ Kategorie: Deutschland & die Welt --- Gouverneur Newsom setzt Gnadenrecht ein – 548 Häftlinge betroffen Der scheidende Gouverneur von Kalifornien, Gavin Newsom, hat angekündigt, alle 548 ausstehenden Todesurteile im Bundesstaat in lebenslange Haftstrafen ohne Möglichkeit der vorzeitigen Entlassung umzuwandeln. Dies teilte er in einem Schreiben an die Bürger Kaliforniens mit, wie der Spiegel und die Tagesschau berichten. Newsom begründete seine Entscheidung damit, dass staatlich sanktioniertes Töten mit den Werten Kaliforniens unvereinbar sei und die Grundlagen des Rechtssystems untergrabe. Er betonte, die Maßnahme sei eine der schwierigsten seiner Karriere, da sie bei den Familien der Opfer schmerzhafte Erinnerungen wecken werde. Newsom trägt laut eigenen Angaben die alleinige Verantwortung für die Entscheidung und ihre Folgen, so wie er auch für jede Hinrichtung verantwortlich gewesen wäre. ## Kalifornien schafft Todesstrafen symbolisch ab Kalifornien vollstreckt die Todesstrafe bereits seit 20 Jahren nicht mehr, wie die Tagesschau und die Welt berichten. 2019 hatte Newsom zudem ein Moratorium für Hinrichtungen verhängt, doch die Häftlinge blieben weiterhin im Todestrakt. Die aktuelle Entscheidung gilt daher als symbolischer Akt, der auch als politisches Signal an den ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump verstanden wird, der sich als Verfechter der Todesstrafe positioniert hatte. Newsom, der als möglicher Präsidentschaftskandidat der Demokraten gehandelt wird, nutzt damit kurz vor Ende seiner Amtszeit sein Gnadenrecht. ### ACLU lobt Umwandlung der Strafen als gerecht Die Bürgerrechtsorganisation ACLU begrüßte die Ankündigung und bezeichnete die Umwandlung der Strafen als Schritt hin zu mehr Gerechtigkeit. Anthony Romero, Geschäftsführer der ACLU, betonte, die Todesstrafe sei rassistisch, fehleranfällig und unmenschlich, wie der Spiegel berichtet. ### Todesstrafe in den USA scheitert an Pannen und Protesten In den USA hatte zuletzt der Fall der Todeskandidatin Christa Pike für Aufsehen gesorgt. Die 50-Jährige überlebte Ende September in Tennessee zwei Hinrichtungsversuche mit der Giftspritze, wie sowohl die Tagesschau als auch die Welt berichten. Pike war 1995 wegen Mordes an einer Klassenkameradin zum Tode verurteilt worden. Die Debatte um die Todesstrafe wurde zudem durch die Ankündigung des Verteidigungsministers Pete Hegseth befeuert, die Hinrichtung des Attentäters Nidal Hasan live zu übertragen. Nach massiver öffentlicher Empörung sagte Trump die Liveübertragung jedoch ab. --- Quelle: HASEPOST – Die Zeitung für Osnabrück