# Kabinettsklausur: Merz fordert Aufbruch, Grüne kritisieren Tempo Typ: Artikel Veröffentlicht: 2026-08-27T15:47:01+02:00 Zuletzt aktualisiert: 2026-08-27T15:47:04+02:00 Kanonische URL: https://hasepost.de/kabinettsklausur-merz-fordert-aufbruch-gruene-kritisieren-tempo-748103/ Kategorie: Deutschland & die Welt --- Schwarz-Rot will Reformen beschleunigen – Opposition sieht Arbeitsverweigerung Die Bundesregierung hat ihre zweitägige Kabinettsklausur in Schloss Neuhardenberg beendet. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) betonte, man habe ein „Zukunftsbild unseres Landes“ entworfen und forderte, den „weit verbreiteten Missmut“ abzuschütteln. Deutschland stehe vor einer wirtschaftlichen Erholung, und es gebe erste Anzeichen für Wachstum, wie Merz bei der abschließenden Pressekonferenz sagte. Er verwies auf steigende Neugründungen und die Bereitschaft traditioneller Unternehmen, wieder zu investieren. „Ohne Arbeit und Wachstum ist alles nichts“, unterstrich der Kanzler. Vizekanzler Lars Klingbeil (SPD) ergänzte, man wolle Deutschland technologisch und wirtschaftlich wieder an die Spitze bringen, um „Jobs der Zukunft“ zu schaffen und unabhängiger von externen Entscheidungen zu werden. Beide betonten die Notwendigkeit von Geschlossenheit in der Koalition, um Reformen umzusetzen. wie die tagesschau berichtet. ## Rentenreform spaltet Koalition und Länder Im Mittelpunkt der Beratungen standen neben der Wirtschaftslage auch die Rentenreform und der Umgang mit der Klimakrise. Merz bekräftigte, dass die abschlagsfreie Rente nach 45 Beitragsjahren abgeschafft werden solle, und kündigte Gespräche mit den ostdeutschen Ministerpräsidenten an, die sich dagegen aussprechen. Finanzminister Klingbeil betonte, die Vorschläge der Rentenkommission würden umgesetzt, und man strebe bis Jahresende ein neues Rentensystem an. Bei der Klimapolitik zeigte sich die Koalition jedoch uneins: Während SPD-geführte Ministerien eine Grundgesetzänderung für Klimaanpassung und Hitzeschutz fordern, lehnte Unionsfraktionschef Thorsten Frei dies ab. Er warnte vor einer „Fingerzeig-Debatte“ zwischen Bund, Ländern und Kommunen und verwies auf die bereits ambitionierten Klimaziele Deutschlands. wie die tagesschau weiter berichtet. ### Opposition attackiert Klimapolitik der Regierung Kritik an der Klausur kam von der Opposition. Grünen-Chefin Franziska Brantner warf der Regierung vor, zu spät auf die Klimakrise zu reagieren. „Über 14.000 Menschen sind laut Robert Koch-Institut bereits an der Hitze gestorben“, sagte sie dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). Sie forderte, Klimaanpassung als Gemeinschaftsaufgabe ins Grundgesetz aufzunehmen und zusätzliche Mittel für Kommunen bereitzustellen. Die Linke-Fraktionschefin Heidi Reichinnek ging noch weiter und bezeichnete die Klausur als „teure Kaffeefahrt mit offenem Brainstorming“, die an „Arbeitsverweigerung“ grenze. Sie kritisierte, die Bundesregierung verschärfe mit Angriffen auf den Acht-Stunden-Tag und Kürzungen bei Rente und Pflege die soziale Ungleichheit, während die Menschen auf Entlastungen warteten. wie die Welt berichtet. --- Quelle: HASEPOST – Die Zeitung für Osnabrück