# Juli Zeh: Gesprächsbereitschaft mit Weidel statt Kontaktschuld Datum: 13.05.2026 14:39 Kategorie: Deutschland & die Welt URL: https://hasepost.de/juli-zeh-gespraechsbereitschaft-mit-weidel-statt-kontaktschuld-712447/ --- Die Brandenburger Schriftstellerin und ehrenamtliche Verfassungsrichterin Juli Zeh zeigt sich offen für ein Gespräch mit AfD-Chefin Alice Weidel, betont aber zugleich klare Grenzen für ein solches Treffen. In einem Interview mit dem Nachrichtenmagazin Focus warnt sie vor unzureichend vorbereiteten öffentlichen Debatten mit AfD-Vertretern und plädiert für einen neugierigen, aber verantwortungsvollen Umgang mit AfD-Anhängern. ## Bereitschaft zum Gespräch mit Alice Weidel Die Brandenburger Schriftstellerin und ehrenamtliche Verfassungsrichterin in Potsdam Juli Zeh würde auch mit AfD-Chefin Alice Weidel diskutieren. „Mich würde interessieren, was für ein Mensch sie ist, was hinter der Fassade steckt“, sagte Zeh dem Nachrichtenmagazin Focus. Die Autorin steckt aber auch die Grenzen für so ein Treffen ab. Wenn es ein öffentliches Gespräch wäre, müsste sie sich vorher fragen, ob sie dem angemessen standhalten könne, denn so etwas sei mit viel Verantwortung verbunden, so die 51-Jährige. ### Warnung vor unvorbereiteten Talkrunden „Gerade bei Talkshow-Runden mit Leuten von der AfD erlebe ich immer wieder, dass man versucht, ihnen moralisch beizukommen, während aber in sachlicher Hinsicht die Vorbereitung der anderen Diskutanten nicht gut genug ist“, so Zeh gegenüber Focus. Damit verschaffe man aber „den Rechtspopulisten nur noch mehr Zuspruch, denn sie arbeiten ja mit Halbwahrheiten und unterkomplexen Parolen“. Das aufzubrechen, sei „nicht leicht“. ### „Keine Kontaktschuld“ im Umgang mit AfD-Anhängern Trotz ihrer Bedenken in Hinblick auf öffentliche Debatten empfiehlt Zeh für den Umgang mit AfD-Anhängern generell: „Neugierig bleiben, hinschauen. Wir leben ja eben nicht in einer Diktatur, wo man schon dafür verhaftet wird, dass man mit den `falschen` Leuten ein Bier getrunken hat.“ Es gebe „keine Kontaktschuld“, das sei ein Phantom. „Und man wird nicht selbst zum AfD-Wähler, nur weil man sich von jemandem erzählen lässt, warum er eigentlich die AfD wählt“, sagte Zeh dem Nachrichtenmagazin Focus. ✨ mit KI bearbeitet --- Quelle: Hasepost.de - Die Zeitung für Osnabrück