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66 Stunden am Boden – wie Albert P. zum Hausnotruf kam

von ANZEIGE 7. Februar 2024
von ANZEIGE 7. Februar 2024
Ein Berater erklärt das Kombinotrufgerät / Foto: Foto: Marcus Brodt
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Osnabrück – 66 Stunden. Das sind ein Kurzurlaub. Oder zwei Tage und drei Nächte. Oder eine verdammt lange Zeit, wenn man auf dem Boden liegt und nicht hochkommt. „Ich hatte keine Panik, das kostet nur Energie“, sagt Albert P. (77, Name geändert), dem genau das im September 2020 in seinem Zuhause in der Nähe von Osnabrück passierte. Dennoch war der allein lebende Elektrotechniker im Ruhestand heilfroh, als er nach 66 Stunden gefunden und – schwach, aber unverletzt – ins Krankenhaus gebracht wurde.

Vier Monate später und längst wieder zu Hause erzählte Albert P., wie ihm das passieren konnte: „Es war ein Sonntag. Ich war auf der Toilette, bin etwas zu tief gerutscht, zog mich mit Schwung wieder heraus und fiel dabei hin. Meine Muskulatur ist etwas schwach. Ich konnte mich nirgendwo hochziehen.“ Er war in der ersten Etage seines Hauses, das Telefon lag im Erdgeschoss, unerreichbar weit weg. „Ich bin durch alle Räume gekrabbelt, fand aber nirgendwo einen Halt“, sagt der Rentner. Immerhin gelang es ihm, in allen Zimmern das Licht anzumachen. Sein Plan: Sobald den Nachbarn die helle Beleuchtung über Nacht auffällt, schlagen sie Alarm. So geschah es dann auch.

Als Albert P. aus der Reha wieder nach Hause kam, besorgte er sich einen Hausnotruf von den Johannitern. Einmal am Tag muss er nun den gelben Knopf drücken und damit ein Lebenszeichen von sich in die Hausnotruf-Zentrale senden. Tut er das nicht, wird er angerufen. Geht er nicht ans Telefon, kommt jemand vorbei, um nach ihm zu sehen. Albert P. erzählt, er müsse sich erstmal „an das Ding gewöhnen“. Aber jetzt ist es da, das Leben im eigenen Zuhause fühlt sich sicherer an. Über die Entscheidung für einen Hausnotruf freuen sich neben der weit entfernt lebenden Familie auch die Freunde und Nachbarn des 77-Jährigen.

Hausnotruf-Armband

Der 77-jährige Albert P. lag 66 Stunden auf dem Boden, bevor glücklicherweise Hilfe kam. Jetzt hat er den Hausnotruf und muss nur auf dem Knopf am Armband drücken. / Foto: Sylke Heun

Bis ins hohe Alter ein aktives und selbstständiges Leben in der gewohnten häuslichen Umgebung führen – das wünschen sich die meisten Menschen – nicht nur für sich, sondern auch für die lieben Eltern oder Großeltern. Ein Hausnotruf kann dabei unterstützen – und zwar bevor etwas passiert. „Wir erleben häufig, dass Menschen zu uns kommen und berichten, dass wie im Fall von Albert P. Mutter oder Vater gestürzt ist und sie jetzt einen Hausnotruf haben möchten“, sagt Lars Lühmann, Bereichsleiter Notrufdienste im Regionalverband Weser-Ems der Johanniter-Unfall-Hilfe und damit auch zuständig für die Notrufdienste im Ortsverband Osnabrück, einer der größte Anbieter in der Region. „Zu wissen, dass im Notfall schnell und unkompliziert Hilfe gerufen werden kann, gibt auch Kindern und Enkeln ein gutes Gefühl“, betont Lühmann. Vor allem, wenn die Kinder nicht mehr am Ort wohnen und mal eben schnell vorbei fahren können, wenn sie das Gefühl haben, dass etwas nicht stimmt.

Es gibt einige Fragen, durch deren Beantwortung Angehörige besser einschätzen können, wann ein Hausnotruf sinnvoll ist:

  • Leben meine Angehörigen allein und fühlen sich unsicher in ihren eigenen vier Wänden?
  • Haben sie Schwierigkeiten beim Gehen, zum Beispiel durch eine dauerhafte oder zeitweilige körperliche Einschränkung, durch Schwindel, Schwäche oder durch Gleichgewichtsstörungen?
  • Leiden meine Angehörigen an einer chronischen Krankheit, die sie im Alltag einschränkt oder unsicher werden lässt, zum Beispiel Epilepsie, Asthma, Diabetes mellitus oder Multiple Sklerose?
  • Hatten meine Lieben bereits einen Schlaganfall oder einen Herzinfarkt?
  • Sind sie in ihrer Wohnung schon einmal gestürzt?

Werden einige der aufgeführten Fragen mit „Ja“ beantwortet, macht es Sinn, über einen Hausnotruf für die Eltern oder Großeltern nachzudenken. Bei anerkannter Pflegebedürftigkeit ist eine volle Kostenübernahme für die Basisleistungen möglich. Auch ist der Hausnotruf von den Pflegekassen als Pflegehilfsmittel anerkannt und stellt eine haushaltsnahe Dienstleistung dar. Die Kosten für einen Hausnotruf können daher teilweise von der Steuer abgesetzt werden.

Der Hausnotruf-Einsatzdienst ist schnell vor Ort, wenn Bedarf ist.

Der Hausnotruf-Einsatzdienst ist schnell vor Ort, wenn Bedarf ist. / Foto: Michael Bellaire

Wie funktioniert der Johanniter-Hausnotruf?

Auf Knopfdruck stellt das Hausnotrufgerät eine Sprechverbindung zur Johanniter-Hausnotrufzentrale her. Der Notruf kann entweder an der fest installierten Basisstation oder an einem Sender, der als Halskette oder Armband getragen wird, ausgelöst werden. Fachkundige Mitarbeitende nehmen rund um die Uhr den Notruf entgegen und veranlassen die notwendige Hilfe. Auf Wunsch werden automatisch die Angehörigen informiert. Der Notrufknopf ist für jeden leicht zu bedienen und garantiert im Ernstfall professionelle Hilfe.

Der Hausnotruf kann um Bewegungs- und Rauchwarnmelder, Falldetektoren sowie durch eine Hinterlegung des Haustürschlüssels erweitert werden. Beim Johanniter-Hausnotruf liegt die Ausfallsicherheit bei nahezu 100 Prozent. Dazu trägt auch das Zweiwegesystem der eingesetzten Geräte bei, die selbst bei Ausfall von Telefon- oder Mobilfunknetzen ihre Funktion aufrecht erhalten.

 

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