# Iran-Krieg zwingt Wirtschaftsforscher zu schwächerer Deutschland-Prognose Datum: 10.03.2026 17:02 Kategorie: Deutschland & die Welt URL: https://hasepost.de/iran-krieg-zwingt-wirtschaftsforscher-zu-schwaecherer-deutschland-prognose-689745/ --- Die anhaltenden Auswirkungen des Iran-Kriegs auf Energiepreise und Wirtschaft lassen die deutschen Wirtschaftsforschungsinstitute ihre Konjunkturprognosen überprüfen. Ökonomen von Ifo-Institut, IMK, RWI und IW Köln rechnen mit einem dämpfenden Effekt auf das Bruttoinlandsprodukt zwischen 0,2 und 1,0 Prozentpunkten, abhängig von der Dauer des Kriegs. Zugleich erwarten sie einen Anstieg der Inflationsrate und warnen vor Risiken für die wirtschaftliche Erholung. ## Institute rechnen mit schwächerem Wachstum Die deutschen Wirtschaftsforschungsinstitute werden ihre Konjunkturprognosen infolge des Iran-Kriegs voraussichtlich senken. Das teilten Ökonomen des Ifo-Instituts, des IMK, des RWI und des IW Köln dem Newsletter "Industrie und Handel" des "Politico" am Dienstag mit. Die Institute rechnen dabei mit einem Effekt auf das Bruttoinlandsprodukt zwischen 0,2 und 1,0 Prozentpunkten – je nach Dauer des Kriegs. Timo Wollmershäuser, Ifo-Konjunkturchef, sagte dem Newsletter "Industrie und Handel" des "Politico": "Wir gehen derzeit von einem Anstieg der Inflationsrate auf knapp 2,5 Prozent aus, wenn die Öl- und Gaspreise innerhalb der nächsten Wochen wieder sinken." Weiter erklärte er: "Dies würde das Wirtschaftswachstum in diesem Jahr um rund 0,2 Prozentpunkte verlangsamen, sodass wir mit einem Wachstum von 0,8 Prozent in diesem und 1,2 Prozent im nächsten Jahr rechnen." ### Szenarien bei länger hohen Energiepreisen Sollten die Preise für fossile Energie allerdings für einen längeren Zeitraum stark erhöht bleiben, hält das Ifo-Institut laut "Industrie und Handel" von "Politico" eine Inflationsrate von 3 Prozent für möglich. "Dies würde das Wachstum um weitere 0,2 Prozentpunkte auf nur noch 0,6 Prozent in diesem Jahr und um 0,4 Prozentpunkte auf 0,8 Prozent im kommenden Jahr bremsen", so Wollmershäuser. Sebastian Dullien, wissenschaftlicher Direktor des Instituts für Makroökonomie der Hans-Böckler-Stiftung (IMK), äußerte sich gegenüber dem Newsletter "Industrie und Handel" von "Politico" ähnlich. "Bis zum Kriegsausbruch ging die Tendenz dahin, unsere Erwartung von bisher 1,2 Prozent Wirtschaftswachstum für 2026 noch ein bisschen heraufzusetzen", sagte er. "Das hat sich jetzt auf jeden Fall erledigt." Falle der Ölpreis schnell wieder unter 100 Dollar pro Fass, dürften sich die Folgen in Grenzen halten "und es dürften lediglich ein paar Zehntel Prozentpunkte Wachstum verloren gehen", so Dullien weiter in "Industrie und Handel" von "Politico". "Hält der Krieg aber länger an und sind die Öl- und LNG-Lieferungen aus der Region längere Zeit unterbrochen, kann der Energiepreisschock groß genug sein, um die Erholung in Deutschland zum Erliegen zu bringen." ### Unterschiedliche Einschätzungen der Effekte Samina Sultan vom IW Köln ergänzte gegenüber dem Newsletter "Industrie und Handel" des "Politico": "Sollte der Ölpreis über zwei Jahre bei 100 Dollar oder sogar 150 Dollar liegen, würde das Bruttoinlandsprodukt in Deutschland 2027 um 0,6 bis 1,0 Prozent niedriger sein als ohne Steigerung des Ölpreises." Torsten Schmid, RWI-Konjunkturexperte, zeigte sich im Gespräch mit "Industrie und Handel" von "Politico" etwas optimistischer. "Wenn die Preise für Öl und Gas bis Ende März auf dem aktuellen Niveau bleiben und danach langsam wieder sinken, rechnen wir für das Jahr 2026 mit einem negativen Effekt auf das Bruttoinlandsprodukt von etwa 0,2 Prozentpunkten", erklärte er. ✨ mit KI bearbeitet --- Quelle: Hasepost.de - Die Zeitung für Osnabrück