# Inflationsrate steigt auf 2,8 Prozent im Juli Datum: 12.08.2026 08:32 Kategorie: Deutschland & die Welt URL: https://hasepost.de/inflationsrate-steigt-auf-28-prozent-im-juli-742267/ --- Das Statistische Bundesamt bestätigt die Teuerungsrate für Juli 2026 mit 2,8 Prozent. Energiepreise, insbesondere Kraftstoffe, trieben die Inflation an. Der staatliche Tankrabatt war Ende Juni ausgelaufen. ## Energie als zentraler Preistreiber Die Energiepreise stiegen im Juli 2026 um 8,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat und verstärkten sich damit deutlich gegenüber Juni (+3,4 %), Mai (+6,6 %) und April (+10,1 %). "Die Energiepreise verteuerten sich weiterhin überdurchschnittlich und blieben somit zentraler Preistreiber. Die Teuerung fiel hier deutlich stärker aus als im Vormonat, wodurch sich die Inflationsrate erhöht hat", sagte Destatis-Präsidentin Ruth Brand. „Vor allem die Preise für Kraftstoffe sind gegenüber dem Vormonat spürbar gestiegen, da gleichzeitig zum Ölpreisanstieg infolge des anhaltenden Iran-Kriegs der staatliche Tankrabatt am 30. Juni endete“, so Brand. Kraftstoffe verteuerten sich binnen Jahresfrist um 23,0 Prozent – deutlich stärker als in den Vormonaten (Juni: +11,3 %, Mai: +18,0 %). Leichtes Heizöl stieg um 34,7 Prozent (Juni: +29,4 %, Mai: +47,9 %). Die Energiepreise insgesamt erhöhten sich binnen Monatsfrist um 5,0 Prozent, wobei leichtes Heizöl mit +6,4 Prozent und Kraftstoffe mit +11,2 Prozent (Diesel: +12,6 %, Super: +11,0 %) zu Buche schlugen. ### Gegensätzliche Entwicklungen bei Haushaltsenergie und Dienstleistungen Trotz des Anstiegs bei leichtem Heizöl war Haushaltsenergie insgesamt mit -1,4 Prozent günstiger als im Vorjahresmonat, da Heizöl nur einen geringen Anteil an den Konsumausgaben hat. Bereits im Juni waren die Preise für Haushaltsenergie um 1,6 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat gefallen. Strom verbilligte sich um 5,3 Prozent, Erdgas um 2,9 Prozent und Fernwärme um 1,2 Prozent. Diese Entwicklungen sind teilweise auf seit Jahresbeginn umgesetzte Maßnahmen der Bundesregierung zurückzuführen. Die Preise für Nahrungsmittel lagen um 0,4 Prozent höher als im Vorjahresmonat. Teurer wurden Fleisch und Fleischwaren (+1,9 %, darunter Rind- und Kalbfleisch: +7,2 %) sowie Zucker, Marmelade, Honig und andere Süßwaren (+4,0 %). Günstiger wurden Speisefette und -öle (-15,3 %, darunter Butter: -30,1 %) sowie Molkereiprodukte (-5,9 %). Binnen Monatsfrist sanken die Preise für frisches Obst (-2,4 %), Butter und Kaffee (jeweils -2,3 %) sowie Bekleidung (-5,4 %). Die Preise für Dienstleistungen stiegen um 2,9 Prozent (Juni: +3,1 %). Besonders stark zulegten soziale Einrichtungen (+6,5 %), Pauschalreisen (+5,6 %) und Fahrzeugreparaturen (+4,7 %). Auch Wasserversorgung und andere Dienstleistungen für die Wohnung (+3,2 %) sowie Gaststättendienstleistungen (+2,9 %) waren teurer. Nettokaltmieten erhöhten sich um 1,8 Prozent, Telekommunikationsdienstleistungen blieben nahezu unverändert (+0,1 %). ### Waren und Kerninflation Die Preise für Waren lagen um 2,5 Prozent über dem Vorjahresmonat. Verbrauchsgüter verteuerten sich um 3,7 Prozent, vor allem durch teure Energieprodukte (+8,3 %), Gebrauchsgüter um 0,3 Prozent. Informationsverarbeitungsgeräte (+9,6 %) und Tabakwaren (+6,0 %) wurden deutlich teurer, während Haushaltsgeräte (-2,0 %) und Unterhaltungselektronik (-4,0 %) günstiger wurden. Die Inflationsrate ohne Energie betrug +2,2 Prozent, ohne Heizöl und Kraftstoffe +1,9 Prozent. Die Kerninflation (ohne Nahrungsmittel und Energie) lag bei +2,4 Prozent und damit unter der Gesamtteuerung. Gegenüber Juni stieg der Verbraucherpreisindex um 0,8 Prozent, getrieben von Pauschalreisen (+12,6 %), Flugtickets (+7,1 %) und Kraftstoffen. --- Quelle: Hasepost.de - Die Zeitung für Osnabrück