# Inflation im Euroraum steigt auf 4,0 Prozent Typ: Artikel Veröffentlicht: 2026-11-04T11:52:04+01:00 Zuletzt aktualisiert: 2026-11-04T11:52:08+01:00 Kanonische URL: https://hasepost.de/inflation-im-euroraum-steigt-auf-40-prozent-774268/ Kategorie: Deutschland & die Welt --- Die jährliche Teuerungsrate im Euroraum hat im Oktober 2026 den höchsten Wert seit Monaten erreicht. Eurostat schätzt die Inflation auf 4,0 Prozent, nach 3,8 Prozent im September. Besonders Energiepreise treiben den Anstieg, während die Kernrate stabil bleibt. Deutschland liegt mit 2,8 Prozent unter dem Durchschnitt. ## Kerninflation bleibt stabil Die sogenannte "Kerninflation" – der Preisanstieg ohne Energie, Nahrungsmittel, Alkohol und Tabak – verharrte im Oktober 2026 bei 2,5 Prozent. Dieser Wert entspricht dem Vormonat und wird von der Europäischen Zentralbank (EZB) als zentraler Indikator für ihre Geldpolitik betrachtet. Die EZB strebt eine dauerhafte Teuerungsrate von zwei Prozent an, wie die "Kernrate" in ihren Analysen regelmäßig betont wird. Trotz des Anstiegs der Gesamtinflation zeigt die Kernrate damit keine Beschleunigung. Dies könnte die EZB in ihrer aktuellen Zinspolitik bestärken, auch wenn die Gesamtentwicklung weiterhin über dem Zielwert liegt. ### Energie treibt Preise an Die Hauptkomponenten der Inflation im Euroraum zeigen ein uneinheitliches Bild. Energie verzeichnete im September 2026 mit 20,8 Prozent die höchste Jahresrate, gefolgt von Dienstleistungen (3,3 Prozent) sowie Nahrungsmitteln, Alkohol und Tabak (1,6 Prozent). Industriegüter ohne Energie stiegen um 1,2 Prozent. Der starke Anstieg bei Energiepreisen wirkt sich damit deutlich auf die Gesamtinflation aus. Die Daten für Oktober liegen hier noch nicht vor, doch die Entwicklung im September deutet auf anhaltenden Preisdruck in diesem Bereich hin. ### Große Unterschiede zwischen den Ländern Die Inflationsraten im Euroraum variieren stark zwischen den Mitgliedsländern. Während Malta mit 2,3 Prozent die niedrigste Rate aufweist, liegt Litauen mit 6,1 Prozent deutlich über dem Durchschnitt. Für Deutschland gibt Eurostat einen Wert von 2,8 Prozent an, der mit der Berechnung des Statistischen Bundesamts übereinstimmt. Diese Unterschiede spiegeln unterschiedliche wirtschaftliche Rahmenbedingungen und nationale Maßnahmen wider. Die EZB muss bei ihrer Geldpolitik die gesamte Währungsunion im Blick behalten, auch wenn einzelne Länder stärker von der Teuerung betroffen sind. --- Quelle: HASEPOST – Die Zeitung für Osnabrück