# In Zentralspanien hat sich am Morgen ein schweres Zugunglück ereignet Typ: Artikel Veröffentlicht: 2026-10-28T14:16:35+01:00 Zuletzt aktualisiert: 2026-10-28T14:16:35+01:00 Kanonische URL: https://hasepost.de/in-zentralspanien-hat-sich-am-morgen-ein-schweres-zugunglueck-ereignet-771726/ Kategorie: Deutschland & die Welt --- Zwei Hochgeschwindigkeitszüge stoßen zusammen – Waggons stürzen Bahndamm hinab. In Zentralspanien hat sich am Morgen ein schweres Zugunglück ereignet. Zwei Hochgeschwindigkeitszüge stießen nahe Urda in der Provinz Toledo zusammen, wobei mindestens 64 Menschen ums Leben kamen und Dutzende verletzt wurden. Wie die Sprecherin der Regionalregierung von Kastilien-La Mancha, Esther Padilla, im spanischen Fernsehen mitteilte, befanden sich in den beiden Zügen insgesamt fast 550 Reisende. Zwei Waggons eines Zuges des privaten Bahnunternehmens Iryo entgleisten und stürzten einen Bahndamm hinunter, wie der Sender RTVE berichtete. Der Bahnverkehr zwischen Madrid und Andalusien wurde in beide Richtungen unterbrochen, wie der spanische Bahnnetzbetreiber Adif mitteilte. ## Menschliches Versagen löste Zugunglück aus Der Unfall ereignete sich kurz vor 9 Uhr, als ein Hochgeschwindigkeitszug von hinten in einen anderen Zug rammte, der auf der Strecke stehen geblieben war. Beide Züge waren in Richtung Süden nach Andalusien unterwegs. Laut der Zeitung „El País“ hatten zuvor acht Züge aufgrund einer Störung des Sicherheitssystems angehalten. Fast alle erhielten die Freigabe zur Weiterfahrt, nur der Iryo-Zug nicht. Ein Mitarbeiter der Leitstelle soll dann versehentlich dem Renfe-Zug die Anweisung zur Beschleunigung gegeben haben, obwohl der Iryo-Zug noch das Gleis blockierte. Der Lokführer konnte nicht mehr rechtzeitig bremsen, um die Kollision zu verhindern. ### Chaos und Schock nach der Zugkollision Augenzeugen berichteten von dramatischen Szenen. Ein Überlebender, der im Renfe-Zug saß, schilderte „El País“, er habe eine heftige Beschleunigung gespürt und sei gegen den Vordersitz geschleudert worden. Menschen seien durch die Luft geflogen, und viele hätten zunächst gedacht, ihr Zug sei entgleist. Erst als sie ausstiegen, sahen sie das Ausmaß der Katastrophe. Die Rettungskräfte, darunter Feuerwehr, Zivilschutz und Rotes Kreuz, waren mit einem Großaufgebot vor Ort im Einsatz. Der Bürgermeister von Urda richtete eine Notunterkunft für Verletzte ein, wie „El Economista“ berichtete. ### Internationale Anteilnahme am spanischen Unglück Der spanische Ministerpräsident Pedro Sánchez zeigte sich bestürzt und sprach den Betroffenen und ihren Angehörigen sein Mitgefühl aus. Auch König Felipe VI. und Königin Letizia äußerten sich erschüttert und teilten die Trauer der Familien. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und die Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bahn, Evelyn Palla, drückten ebenfalls ihr Mitgefühl aus. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen betonte, Europa trauere mit den Opfern. ### Zweiter schwerer Zugunfall in Andalusien 2024 Das Unglück erinnert an eine ähnliche Katastrophe im Januar dieses Jahres bei Adamuz in Andalusien. Damals kollidierten zwei Hochgeschwindigkeitszüge, wobei 46 Menschen starben und über 150 verletzt wurden. Als wahrscheinliche Ursache wurde damals der Bruch einer Schiene vermutet. --- Quelle: HASEPOST – Die Zeitung für Osnabrück