# Import- und Exportpreise steigen deutlich wegen Energie und Krieg Datum: 29.05.2026 08:29 Kategorie: Deutschland & die Welt URL: https://hasepost.de/import-und-exportpreise-steigen-deutlich-wegen-energie-und-krieg-717297/ --- Die Importpreise in Deutschland sind im April 2026 im Vergleich zum Vorjahresmonat um 5,3 Prozent gestiegen und verzeichnen damit den stärksten Anstieg seit Januar 2023. Besonders Energie und Vorleistungsgüter trieben die Entwicklung, während zahlreiche landwirtschaftliche Erzeugnisse sowie viele Konsumgüter günstiger waren als vor einem Jahr. Auch die Exportpreise legten deutlich zu, vor allem bei Vorleistungsgütern und Energie. Auswirkungen der Kriegshandlungen im Iran und im Nahen Osten zeigen sich sowohl bei Import- als auch bei Exportpreisen. ## Stärkster Preissprung bei Importen seit Anfang 2023 Nach Angaben des Statistischen Bundesamts (Destatis) lagen die Importpreise im April 2026 um 5,3 Prozent höher als im April 2025. Dies war der stärkste Anstieg gegenüber dem Vorjahresmonat seit Januar 2023, als die Preise ebenfalls um 5,3 Prozent über dem Niveau von Januar 2022 gelegen hatten. Im März 2026 hatte die Veränderungsrate gegenüber dem Vorjahresmonat noch bei 2,3 Prozent gelegen, im Februar 2026 bei -2,3 Prozent. Gegenüber dem Vormonat März 2026 stiegen die Einfuhrpreise im April 2026 um 1,2 Prozent, wie Destatis am Freitag mitteilte. Die Exportpreise erhöhten sich im April 2026 gegenüber April 2025 um 2,9 Prozent. Dies war der stärkste Anstieg gegenüber dem Vorjahresmonat seit März 2023, als ein Plus von 3,3 Prozent gegenüber März 2022 verzeichnet worden war. Im März 2026 lag die Vorjahresveränderungsrate der Ausfuhrpreise bei 1,5 Prozent, im Februar 2026 bei -0,1 Prozent. Gegenüber März 2026 stiegen die Ausfuhrpreise um 0,8 Prozent. ### Energie und Vorleistungsgüter treiben Importpreise Den größten Einfluss auf die Gesamtentwicklung der Importpreise im April 2026 gegenüber April 2025 hatten nach Angaben von Destatis der Anstieg der Preise für Vorleistungsgüter um 7,8 Prozent (plus 2,4 Prozent gegenüber März 2026) und für Energie um 31,0 Prozent (plus 2,8 Prozent gegenüber März 2026. Stärker als im April 2026 waren die Einfuhrpreise für Energie gegenüber dem Vorjahresmonat zuletzt im Oktober 2022 gestiegen, damals um 63,0 Prozent gegenüber Oktober 2021. Bei den Vorleistungsgütern waren insbesondere Nicht-Eisen-Metalle und deren Halbzeug mit einem Plus von 27,6 Prozent deutlich teurer als im Vorjahresmonat, darunter Edelmetalle und deren Halbzeug mit einem Anstieg von 49,9 Prozent. Auch die Preise für importierte Düngemittel und Stickstoffverbindungen lagen deutlich über dem Niveau von April 2025 und stiegen um 22,9 Prozent. „Hier handelt es sich um Auswirkungen der Kriegshandlungen im Iran und im Nahen Osten, die die Düngemittelpreise auch im Vormonatsvergleich deutlich ansteigen ließen (+7,6 Prozent)“, so Destatis. Noch stärker wirkten sich laut Destatis der Krieg im Nahen Osten auf die Erdöl-, Erdgas-, Steinkohle- und Mineralölpreise im Vorjahres- und im Vormonatsvergleich aus. Im Vergleich zum Vorjahresmonat erhöhten sich die Preise für Mineralölerzeugnisse um 58,1 Prozent, für Erdöl um 47,5 Prozent, für Steinkohle um 8,1 Prozent und für Erdgas um 6,9 Prozent. Gegenüber März 2026 verteuerten sich fast alle Energieträger: Steinkohle um 3,1 Prozent, Erdöl um 7,5 Prozent und Mineralölerzeugnisse um 3,1 Prozent, darunter insbesondere Flugturbinenkraftstoff aus Kerosin mit 2,7 Prozent. Nur Erdgas wurde im Vormonatsvergleich um 0,4 Prozent günstiger. Ohne Berücksichtigung der Energiepreise stiegen die Importpreise im April 2026 gegenüber dem Vorjahresmonat um 2,8 Prozent, gegenüber März 2026 um 1,0 Prozent. Lässt man nur Erdöl und Mineralölerzeugnisse außer Betracht, lag der Importpreisindex 2,9 Prozent über dem Stand von April 2025 und 0,9 Prozent über dem Niveau von März 2026. Auch importierte Investitionsgüter waren im Vorjahres- und im Vormonatsvergleich teurer, und zwar um 1,5 Prozent gegenüber April 2025 und um 0,5 Prozent gegenüber März 2026. ### Gegenläufige Entwicklungen bei Agrar- und Konsumgütern Importierte landwirtschaftliche Güter waren im April 2026 im Durchschnitt 4,7 Prozent billiger als im Vorjahresmonat; gegenüber März 2026 sanken die Preise um 2,2 Prozent. Die Preise für Rohkakao lagen 51,1 Prozent unter denen von April 2025, stiegen jedoch im Vormonatsvergleich um 1,3 Prozent. Lebende Schweine waren im Jahresvergleich 17,1 Prozent günstiger, verteuerten sich aber gegenüber März 2026 deutlich um 4,7 Prozent. Rohkaffeeimporte waren 16,6 Prozent preiswerter als vor einem Jahr und 1,9 Prozent billiger als im Vormonat. Für importiertes Getreide wurde im April 2026 ebenfalls weniger bezahlt als im April 2025 (minus 6,1 Prozent); auch gegenüber März 2026 sank der Preis geringfügig um 0,1 Prozent. Dagegen waren insbesondere Tomaten im Vorjahresvergleich deutlich teurer und kosteten 25,8 Prozent mehr als im April 2025, gegenüber März 2026 waren sie jedoch um 8,5 Prozent günstiger. Importierte Konsumgüter (Gebrauchs- und Verbrauchsgüter) waren im April 2026 um 1,4 Prozent preiswerter als im Vorjahr, im Vergleich zu März 2026 stiegen sie leicht um 0,1 Prozent. Die Preise für Gebrauchsgüter lagen 0,2 Prozent unter dem Vorjahresniveau, ebenfalls mit einem Plus von 0,1 Prozent gegenüber März 2026. Verbrauchsgüter waren im Jahresvergleich 1,7 Prozent billiger, verteuerten sich im Monatsvergleich geringfügig um 0,1 Prozent. Für Nahrungsmittel allgemein musste 5,4 Prozent weniger bezahlt werden als im April 2025; gegenüber März 2026 stiegen die Preise um 0,2 Prozent. Preisrückgänge gab es unter anderem bei Kakaobutter, Kakaofett und Kakaoöl (minus 57,2 Prozent), Frucht- und Gemüsesäften (minus 26,3 Prozent), Milch und Milcherzeugnissen (minus 13,3 Prozent) sowie Schweinefleisch (minus 13,3 Prozent). Teurer als im April 2025 waren vor allem geschälte Haselnüsse mit einem Plus von 29,7 Prozent und Rindfleisch mit 6,6 Prozent. ### Vorleistungsgüter und Energie prägen Exportpreisentwicklung Bei den Exportpreisen hatte nach Angaben von Destatis der Anstieg der Preise für Vorleistungsgüter aufgrund ihres hohen Anteils am Gesamtindex den größten Einfluss auf die Vorjahresveränderungsrate. Die Vorleistungsgüterpreise lagen im Durchschnitt 4,3 Prozent über denen von April 2025 und 1,7 Prozent über denen von März 2026. Bei Investitionsgütern lag das Preisniveau 1,6 Prozent über dem von April 2025 und 0,3 Prozent über dem von März 2026. Zusammen decken beide Gütergruppen fast 75 Prozent der ausgeführten Waren ab. Auch bei den Ausfuhrpreisen waren die Auswirkungen des Iran-Kriegs nach Darstellung von Destatis zu spüren: Die Preise für Energieexporte lagen 27,0 Prozent über denen von April 2025 und 4,0 Prozent über denen von März 2026. Vor allem die Preise für Mineralölerzeugnisse stiegen deutlich um 52,4 Prozent. Darunter waren Exporte von Flugturbinentreibstoff aus Kerosin 106,3 Prozent teurer als im Vorjahr, zum Vormonat März 2026 wurden sie jedoch um 2,8 Prozent preiswerter. Auch Erdgas war gegenüber April 2025 teurer geworden und lag 7,9 Prozent über dem Vorjahresniveau. Landwirtschaftliche Güter wurden im April 2026 um 5,7 Prozent preiswerter exportiert als im Vorjahresmonat; gegenüber März 2026 fielen die Preise um 0,7 Prozent. Konsumgüter (Exportanteil etwa 21 Prozent) waren 0,3 Prozent günstiger als im April 2025, jedoch 0,2 Prozent teurer als im März 2026. Während die Preise für Verbrauchsgüter 0,7 Prozent unter denen von April 2025 lagen und im Monatsvergleich um 0,3 Prozent stiegen, waren die Preise für Gebrauchsgüter 1,7 Prozent höher als im Vorjahresmonat, ebenfalls mit einem Plus von 0,3 Prozent gegenüber März 2026. Bei den exportierten Verbrauchsgütern fielen insbesondere die Preise für Nahrungsmittel, die 5,4 Prozent unter denen von April 2025 lagen, aber 0,1 Prozent über dem Niveau von März 2026. Hier waren unter anderem die Preise für Kakaomasse, Kakaobutter, Kakaofett, Kakaoöl und Kakaopulver mit einem Minus von 35,5 Prozent deutlich niedriger als im April 2025, stiegen jedoch gegenüber März 2026 um 0,3 Prozent. Auch Milch und Milcherzeugnisse waren mit 11,5 Prozent im Durchschnitt deutlich billiger als vor einem Jahr, legten im Monatsvergleich aber um 1,2 Prozent zu, darunter besonders Butter und andere Fettstoffe aus Milch mit einem Rückgang von 41,3 Prozent gegenüber April 2025 und einem Anstieg von 1,9 Prozent gegenüber März 2026. Dagegen wurde unter anderem Rindfleisch, frisch oder gekühlt, zu 14,3 Prozent höheren Preisen exportiert als im April 2025; gegenüber März 2026 sanken die Preise hier um 1,4 Prozent, so die Statistiker. ✨ mit KI bearbeitet --- Quelle: Hasepost.de - Die Zeitung für Osnabrück