# IHK meldet steigende Insolvenzzahlen in der Region Osnabrück Datum: 12.05.2026 14:30 Kategorie: Aktuell URL: https://hasepost.de/ihk-meldet-steigende-insolvenzzahlen-in-der-region-osnabrueck-711416/ --- Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen im Wirtschaftsraum Osnabrück‑Emsland‑Grafschaft Bentheim ist im ersten Quartal 2026 erneut gestiegen. Insgesamt wurden 75 Unternehmensinsolvenzen gezählt. Das entspricht einem Anstieg um 7,1 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal und markiert zugleich den höchsten Wert in einem ersten Quartal seit 2014. Niedersachsenweit fiel der Zuwachs mit +14,7 Prozent deutlich stärker aus. Das teilt die IHK Osnabrück – Emsland – Grafschaft Bentheim auf Grundlage von Daten des Landesamtes für Statistik Niedersachsen mit. ## Insolvenzzahlen verdeutlichen wirtschaftliche Schwäche „Der anhaltende Anstieg zeigt, dass viele Unternehmen weiter erheblich unter Druck stehen“, sagt IHK‑Hauptgeschäftsführer Marco Graf. Dabei zeigen sich deutliche Unterschiede zwischen den Branchen. Besonders stark nahm die Zahl der Insolvenzen im Handel zu. Hier stiegen die Verfahren von elf auf 25 Fälle. Auch im verarbeitenden Gewerbe wurde ein kräftiger Zuwachs verzeichnet (von acht auf 13 Fälle). Rückläufig entwickelten sich hingegen die Insolvenzen im Baugewerbe sowie im Bereich Logistik und Verkehr. Das Gastgewerbe blieb gegenüber dem Vorjahr unverändert. Von den insgesamt 75 Unternehmensinsolvenzen entfielen 56 Verfahren auf eröffnete Insolvenzverfahren, während 19 Verfahren mangels Masse abgewiesen wurden. Damit bleibt die Zahl der abgewiesenen Verfahren auf einem hohen Niveau – ein Hinweis darauf, dass zahlreiche Unternehmen bereits vor Eintritt in ein reguläres Insolvenzverfahren wirtschaftlich stark geschwächt waren. ### Spürbare Folgen für den Arbeitsmarkt Auch für den Arbeitsmarkt haben Insolvenzen spürbare Folgen. Allerdings liegen nicht zu allen Insolvenzverfahren Angaben zur Zahl der betroffenen Beschäftigten vor. Soweit entsprechende Daten gemeldet wurden, sind in der Region insgesamt 1.168 Arbeitnehmer betroffen. In Niedersachsen beläuft sich die Zahl auf 4.993. Rein rechnerisch entspricht dies 15,6 Beschäftigten je insolventem Unternehmen in der Region und 9,7 Beschäftigten je Unternehmen landesweit. Weiterhin entfiel der größte Teil der Unternehmensinsolvenzen auf Kapitalgesellschaften, insbesondere auf GmbHs (46 Fälle). Zwar blieb deren Zahl gegenüber dem Vorjahresquartal unverändert, dennoch steht diese Rechtsform häufig für Betriebe mit höherem Kapitalbedarf und relevanter Beschäftigtenwirkung. „Gerade weil hinter Kapitalgesellschaften oft größere Einheiten stehen, zeigt die Entwicklung, dass die Krise längst nicht mehr nur einzelne Segmente betrifft, sondern zunehmend in die Breite der regionalen Wirtschaft wirkt“, so Graf. „Hohe Energie‑ und Arbeitskosten, eine schwache Nachfrage sowie neue geopolitische Unsicherheiten belasten die Liquidität. Nicht wenige Unternehmen stoßen mit ihren finanziellen Reserven inzwischen spürbar an Grenzen“, ergänzt der IHK‑Hauptgeschäftsführer. Die aktuelle Insolvenzentwicklung unterstreicht nach Einschätzung der IHK den wachsenden wirtschaftspolitischen Handlungsdruck. „Es reicht nicht aus, auf eine konjunkturelle Erholung zu hoffen. Notwendig sind schnelle und spürbare Entlastungen – insbesondere bei den Energie‑ und Arbeitskosten sowie beim Bürokratieabbau. Nur wenn die Betriebe wieder mehr Freiraum bekommen, lassen sich weitere Insolvenzen verhindern und Investitionen anstoßen“, betont Graf. --- Quelle: Hasepost.de - Die Zeitung für Osnabrück