# IG Metall protestiert bundesweit für Autoindustrie-Jobs Typ: Artikel Veröffentlicht: 2026-09-21T14:17:13+02:00 Zuletzt aktualisiert: 2026-09-21T14:17:13+02:00 Kanonische URL: https://hasepost.de/ig-metall-protestiert-bundesweit-fuer-autoindustrie-jobs-758443/ Kategorie: Deutschland & die Welt --- Mehr als 100.000 Menschen bei bundesweiten Protesten erwartet Bundesweit haben heute Tausende Beschäftigte der Automobilindustrie an Protestaktionen der IG Metall teilgenommen. Die Gewerkschaft rief zu einem Aktionstag an über 200 Orten auf, um gegen Stellenabbau und weitere Einschnitte an deutschen Standorten zu demonstrieren. In Wolfsburg versammelten sich laut IG Metall Tausende zum Sternmarsch am Werksgelände, wie die tagesschau berichtet. Dort sprachen unter anderem die Erste Vorsitzende der IG Metall, Christiane Benner, und die VW-Konzernbetriebsratsvorsitzende Daniela Cavallo. Beide forderten besseren Schutz vor unfairem Wettbewerb aus China sowie eine wirksamere Subventionspolitik der Europäischen Union. Benner betonte, die Beschäftigten wollten Arbeitgebern und Politik zeigen, dass es ihnen reicht: „Überall brennt gerade die Hütte.“ ## Gewerkschaften fordern Zölle auf chinesische Hybrid-Autos In Hannover, einem der größten Protestorte, waren zwei Demonstrationszüge geplant, die sich zu einer Abschlusskundgebung vereinen sollten. Die Gewerkschaft rechnete auch hier mit Tausenden Teilnehmenden. Die Beschäftigten fordern von der Politik unter anderem Zölle auf chinesische Hybrid-Autos und schnellere Fortschritte beim Industrie-Strompreis. Von den Arbeitgebern verlangen sie Zukunftsgarantien für deutsche Werke und den Erhalt der 35-Stunden-Woche. In Salzgitter beteiligten sich laut IG Metall auch Beschäftigte von MAN und Bosch an den Protesten. ### Mercedes-Chef unter Beschuss der Belegschaft In Baden-Württemberg protestierten nach Angaben der ZEIT über 20.000 Beschäftigte von Mercedes-Benz in Sindelfingen. Der Gesamtbetriebsratschef Ergun Lümali kritisierte das Management scharf und warf dem Vorstand vor, die Beschäftigten nicht ausreichend zu berücksichtigen. Auch IG-Metall-Bezirksleiterin Barbara Resch äußerte sich deutlich: Das Management habe sich zu lange ausgeruht, während die Belegschaft Schicht für Schicht gearbeitet habe. Mercedes-Benz bestätigte die Teilnahme von 20.000 Beschäftigten an den Protesten. ### Arbeitgeberverband warnt vor Streikfolgen für Standorte Der Arbeitgeberverband Nordmetall äußerte sich indes kritisch zu den Protestaktionen. Geschäftsführer Nico Fickinger erklärte, solche „streikähnlichen Aktionstage“ belasteten die Unternehmen zusätzlich und schwächten die norddeutschen Standorte im internationalen Wettbewerb. Die Proteste lösten keine Probleme, betonte er. Zum Dialog über die Zukunftsfähigkeit der Autoindustrie gehörten auch niedrigere Arbeitskosten und längere Arbeitszeiten. ### Deutsche Autoindustrie kämpft mit hohen Kosten und Umbruch Die deutsche Autoindustrie steht vor großen Herausforderungen: wachsende Konkurrenz aus China, nicht ausgelastete Werke und der schwierige Umstieg auf die E-Auto-Produktion belasten die Branche. VW-Marken-Chef Thomas Schäfer teilte in Wolfsburg mit, man habe seit Ende 2024 die Fabrikkosten um mehr als 20 Prozent reduziert. Gleichzeitig räumte er ein, dass noch nicht alle vereinbarten Maßnahmen in den Werken umgesetzt seien. --- Quelle: HASEPOST – Die Zeitung für Osnabrück