# Ifo-Studie: Programme helfen älteren Arbeitslosen Typ: Artikel Veröffentlicht: 2026-10-15T10:32:09+02:00 Zuletzt aktualisiert: 2026-10-15T10:32:12+02:00 Kanonische URL: https://hasepost.de/ifo-studie-programme-helfen-aelteren-arbeitslosen-766985/ Kategorie: Deutschland & die Welt --- Maßgeschneiderte Programme können älteren Arbeitslosen den Wiedereinstieg ins Berufsleben erleichtern. Das zeigt eine aktuelle Studie des Ifo-Instituts mit Beispielen aus Österreich und den Niederlanden. In Deutschland sind fast die Hälfte der über 55-Jährigen langzeitarbeitslos. ## Hohe Langzeitarbeitslosigkeit bei Älteren In Deutschland waren 2025 knapp 47 Prozent der Arbeitslosen ab 55 Jahren langzeitarbeitslos. Bei den 25- bis 54-Jährigen lag der Anteil bei 34 Prozent. Je länger die Arbeitslosigkeit andauert, desto schwieriger wird die Rückkehr in den Job – bei Älteren kann sie häufig im vorzeitigen Ausstieg aus dem Erwerbsleben enden. ### Erfolgsbeispiel Österreich Ein österreichisches Programm bot Langzeitarbeitslosen vollständig vom Staat geförderte, befristete Stellen an. Zwei Jahre nach Ende der Maßnahme lag die Wahrscheinlichkeit, wieder in Beschäftigung zu sein, um 43 Prozentpunkte höher als in der Vergleichsgruppe. "Längere Arbeitslosigkeit kostet den Staat doppelt: Er zahlt Sozialleistungen und verliert Steuereinnahmen. Daher können sich auch teurere Programme lohnen, wenn sie Arbeitslose zurück ins Berufsleben bringen". Diesen Effekt beruhte vollständig auf regulärer, nicht geförderter Beschäftigung, wie Martin Halla von der Wirtschaftsuniversität Wien betonte. ### Niederländisches Modell mit Kostenvorteil In den Niederlanden erhielten ältere Arbeitslose umfassende Beratung, bei der auch Netzwerke wie frühere Kollegen, Freunde und Familie einbezogen wurden. Ein Jahr nach Beginn der Arbeitslosigkeit bezogen 40 Prozent der Eingeladenen kein Arbeitslosengeld mehr, in der Vergleichsgruppe waren es 38 Prozent. Der Staat sparte pro Person rund 715 Euro, während das Programm nur 470 Euro kostete. Pia Heckl vom Ifo-Institut verwies darauf, dass ältere Arbeitslose keine einheitliche Gruppe seien. Entsprechende Programme in Deutschland sollten daher genau auf die jeweiligen Hürden zugeschnitten werden. --- Quelle: HASEPOST – Die Zeitung für Osnabrück