# Ich wünsche mir Cafés am Osnabrücker Haseufer – und ich weiß, wie es geht! Datum: 16.07.2026 08:33 Kategorie: Aktuell URL: https://hasepost.de/ich-wuensche-mir-cafes-am-osnabruecker-haseufer-und-ich-weiss-wie-es-geht-732798/ --- Ein Gastbeitrag von Sabine Klein im Rahmen von HASEPOST mitgeschrieben. Osnabrück ist eine Stadt am Fluss. Das habe ich als Zugezogene schnell schätzen gelernt – zum Beispiel bei Spaziergängen am Herrenteichswall oder beim Fahrradfahren entlang des Haseufers. Und ich habe eine Idee, damit man endlich auch in einem Café am Haseufer „erleben“ kann, dass Osnabrück eine Stadt am Flussufer ist. Nur ausgerechnet in der Innenstadt kann man davon kaum etwas erleben. Man muss schon gezielt suchen, wenn man irgendwo am Flussufer sitzen möchte, aber dann immer noch getrennt und auf einer hohen Terrasse, wie hinter dem italiener am Kollegienwall – ich will mehr! Eine richtige, etwas längere Uferpromenade mit einer Anlegestelle für Ruderboote und gleich mehreren Cafés zur Auswahl gibt es nicht. Aber warum eigentlich nicht? Mit dem Blick einer Neubürgerin habe ich eine Stelle entdeckt, die sich dafür ganz hervorragend eignen würde. Sie haben das Titelbild zu meinem Gastbeitrag vermutlich bereits gesehen und wissen, welche Stelle ich meine: das Haseufer gegenüber dem Sporthaus von L+T, wo sich derzeit vor allem an Samstagen lange Autoschlangen vor dem Parkhaus bilden. Dort könnten die teilweise bereits gastronomisch genutzten, teilweise aber auch leer stehenden Ladenlokale zu Straßencafés mit direktem Zugang zum Fluss aufgewertet werden. Das heute noch sehr hohe Ufer müsste dafür selbstverständlich abgesenkt und neu gestaltet werden. Auch auf der L+T-Seite, die ich in meinen KI-generierten Entwürfen bislang nicht berücksichtigt habe, würde sich eine solche Entwicklung anbieten. Dort wäre sogar Platz für einen kleinen Hase-Biergarten. Das alles läge in unmittelbarer Nähe zum wunderschönen Herrenteichswall und zur ehemaligen Herz-Jesu-Kirche, in der das Theater künftig nicht nur proben, sondern auf einer etwas kleineren Bühne auch Aufführungen zeigen soll. Spätestens jetzt fallen Ihnen vermutlich viele gute Gründe ein, warum all das nicht funktionieren kann. Der wichtigste davon dürfte das L+T-Parkhaus sein. Es ist nicht nur relativ neu, sondern offensichtlich auch notwendig, um einen erheblichen Teil des Verkehrs aufzunehmen, der von Menschen verursacht wird, die mit dem eigenen Auto in die Innenstadt fahren möchten. Überraschung: Auch ich gehöre zu diesen Menschen. Ich fahre lieber mit dem eigenen Auto in die Stadt, als mich in einen vollen Stadtbus zu stellen oder auf einem klapprigen Damenrad durch den Regen zu strampeln. Und ich werde das vermutlich auch dann noch tun, wenn es am Haseufer meine neuen Lieblingscafés gäbe. Warum mein Plan trotzdem funktionieren könnte? Weil die Autos heute aus der falschen Richtung kommen und wir das Prinzip Parkhaus möglicherweise grundsätzlich falsch verstehen – als „Selbstparker“. Meine Idee wäre, die Einfahrt zum Parkhaus an die Seite zur Kleinen Domsfreiheit zu verlegen. Die Zufahrt könnte aus zwei Richtungen des Wallrings erfolgen: über die Dielingerstraße und weiter über die Lortzingstraße sowie über die Hasestraße. Und ja, ich weiß, was Sie, liebe Leserinnen und Leser, jetzt denken: „Spinnt die Alte? Will sie den Dauerstau aus der Möserstraße etwa vor das Theater und die umliegenden Schulen verlegen – vor die Ursulaschule, das Carolinum und die Franz-von-Assisi-Schule?“ Nein, das möchte ich selbstverständlich nicht. Ich gehe vielmehr davon aus, dass wir unsere Autos schon in wenigen Jahren ganz anders fahren und vor allem abstellen werden als heute. Moderne Fahrzeuge können bereits jetzt selbstständig kurze Strecken zurücklegen und automatisiert ein- oder ausparken. Hersteller wie Tesla und zahlreiche chinesische Autobauer arbeiten längst an entsprechenden Systemen. Das Parkhaus der Zukunft ist kein Ort mehr, an dem Menschen in dunklen Angsträumen ihr Auto suchen und sich anschließend mit ihren Einkäufen in viel zu enge Parklücken zwängen müssen, in denen sich kaum noch eine Autotür öffnen lässt. Genau dort setzt meine Idee an: Das L+T-Parkhaus könnte Osnabrücks erstes Parkhaus einer neuen Generation werden. Mein Auto würde mich zunächst vor dem Theater in einer überdachten und bepflanzten Absetz- und Abholzone aussteigen lassen. Anschließend würde es selbstständig, langsam und vorsichtig durch die Kleine Domsfreiheit zum Parkhaus fahren und dort einparken. Zusammen übrigens mit vielen autonomen Robo-Taxis, für Leute die kein eigenes Auto haben. Auch die brauchen zentrale Abstellflächen, wenn gerade keine Nachfrage herrscht. Orte, an denen sie gereinigt und geladen werden können: zum Beispiel hier. Die Länge der Kleinen Domsfreiheit wäre dabei sogar von Vorteil: Sie könnte als Pufferzone dienen, damit es nicht zu Rückstaus kommt. Später würde mich mein Auto an derselben Stelle vor Theater wieder abholen – möglichst ohne Wartezeit, weil die Fahrzeug-App bereits erkennt, wann ich mich der Abholzone nähere. Ja, das klingt nach Science-Fiction. Aber genauso hätten wir vermutlich noch vor zehn Jahren reagiert, wenn uns jemand erzählt hätte, was wir heute ganz selbstverständlich mit unseren Smartphones erledigen. Der entscheidende Unterschied ist: Die Technik für selbstständig einparkende Autos existiert bereits. Und ich bin mir sicher: Den Bedarf für einige schöne Cafés direkt an der Hase, für eine Aufwertung der Möserstraße und für eine attraktivere Gestaltung des Bereichs rund um den Haarmannsbrunnen gibt es ebenfalls. Ein letzter Gedanke: Wenn die Zufahrt zum Parkhaus nicht mehr entlang des Haseufers führt, könnte man die Möserstraße bis hinauf zum ehemaligen Galeria-Kaufhaus, wo bald Studentenwohnungen entstehen sollen, zur Fußgängerzone machen. Blöd wäre es theoretisch für die Schulen an der Kleinen Domsfreiheit, wenn man es nicht genauer durchdenkt. Aber der meiste Parkhaus-Verkehr findet ohnehin am späten Nachmittag und am Samstag statt, wenn keine Schule ist. Und autonom fahrende Elektroautos – zumal bei Schrittgeschwindigkeit – dürften was Fußgängersicherheit angeht bereits jetzt deutlich sicherer sein als Autos mit möglicherweise abgelenkten menschlichen Fahrern. Ich freue mich auf Ihre Kommentare zu meiner vielleicht etwas verrückten Idee. Dieser Artikel erscheint im Rahmen von HASEPOST mitgeschrieben als Gastbeitrag und gibt ausschließlich die Meinung seiner Verfasserin oder seines Verfassers wieder. --- Quelle: Hasepost.de - Die Zeitung für Osnabrück