# Hurrelmann warnt vor Stigmatisierung von Jugendprotesten Typ: Artikel Veröffentlicht: 2026-10-29T17:12:14+01:00 Zuletzt aktualisiert: 2026-10-29T17:12:18+01:00 Kanonische URL: https://hasepost.de/hurrelmann-warnt-vor-stigmatisierung-von-jugendprotesten-772222/ Kategorie: Deutschland & die Welt --- Vor dem geplanten Jugend-Protesttag am Samstag kritisiert der Jugendforscher Klaus Hurrelmann die pauschale Warnung vor gewaltbereiten Demonstrierenden. Unionspolitiker und Sicherheitsbehörden würden die Initiative unter Generalverdacht stellen, obwohl deren Erfolg ungewiss sei. Hurrelmann betont, dass die junge Generation in Deutschland trotz möglicher geringer Beteiligung unzufrieden bleibe. ## Kritik an pauschalen Verdächtigungen Der Sozialwissenschaftler Klaus Hurrelmann wirft Unionspolitikern und Sicherheitskreisen vor, jugendliche Protestierende vor dem geplanten Aktionstag am 31. Oktober 2026 pauschal zu stigmatisieren. "Die Initiative selbst mag naiv und unerfahren sein. Daraus folgt aber nicht, dass man ihre Teilnehmer unter Generalverdacht stellen darf", sagte Hurrelmann der Neuen Osnabrücker Zeitung. Hurrelmann reagiert damit auf Äußerungen wie die des baden-württembergischen Innenministers Manuel Hagel (CDU), der die Demonstrationen als “gewaltbereiten Mob” bezeichnet hatte. Der Verfassungsschutz hatte zuvor vor Ausschreitungen nach französischem Vorbild und einer möglichen Unterwanderung durch linksextreme Gruppen gewarnt. Hurrelmann fordert, dass Politiker, die vor Gewalt warnen, gleichzeitig klarstellen müssten, junge Menschen bei ihrem Engagement für eigene Interessen zu unterstützen. “deutlich hinzufügen, dass er selbstverständlich nichts dagegen hat, wenn junge Menschen für ihre Interessen auf die Straße gehen.” ### Ungewisse Beteiligung und organisatorische Risiken Ob die Proteste tatsächlich in Gewalt eskalieren, hält Hurrelmann für nicht seriös vorhersehbar. "das lässt sich nicht seriös vorhersagen". Entscheidend sei, wie professionell die Veranstaltungen organisiert seien. Fehle eine erfahrene Leitung oder eine gute Absicherung, könnten radikale Personen die Kontrolle übernehmen. "wie professionell die Demonstrationen vor Ort organisiert werden. Fehlen eine erfahrene Leitung und eine gute Absicherung, können radikale Personen eine Veranstaltung schnell an sich reißen." Zudem bezweifelt der Jugendforscher, dass viele Jugendliche dem Aufruf des Bündnisses folgen werden. "Die Initiative wirkt aus dem Boden gestampft, fast retortenhaft. Man weiß nicht genau, wer sie trägt und Verantwortung übernimmt. Es fehlt ein Gesicht, dazu kommt ein bunter Themenkatalog", sagte Hurrelmann der Neuen Osnabrücker Zeitung. Unklar sei, wer hinter der Bewegung stehe und Verantwortung übernehme. Ohne die Vorbilder aus Frankreich und Italien wären die deutschen Proteste vermutlich gar nicht erst entstanden, so Hurrelmann. "deshalb durchaus sein, dass die Demonstrationen klein bleiben." ### Trotz geringer Resonanz: Junge Generation unzufrieden Auch wenn die Demonstrationen möglicherweise klein ausfallen, betont Hurrelmann, dass dies nicht mit Zufriedenheit der jungen Generation gleichzusetzen sei. "Das heißt aber nicht, dass die junge Generation bei uns zufrieden wäre" --- Quelle: HASEPOST – Die Zeitung für Osnabrück