# Hubig will Schweigen über geplante Vergewaltigungen bestrafen Datum: 11.06.2026 06:59 Kategorie: Deutschland & die Welt URL: https://hasepost.de/hubig-will-schweigen-ueber-geplante-vergewaltigungen-bestrafen-721335/ --- Bundesjustizministerin Stefanie Hubig (SPD) will künftig strafbar machen, wenn Menschen geplante schwere Gewalttaten kennen und diese nicht anzeigen. Hintergrund sind nach ihren Angaben neue Formen sexualisierter Gewalt, die über digitale Plattformen organisiert werden. ## Hubig erwägt Strafbarkeit bei Nichtanzeige geplanter Gewalttaten Bundesjustizministerin Stefanie Hubig (SPD) will den Verzicht auf eine Anzeige unter Strafe stellen, wenn Menschen bereits vorab von geplanten schweren Gewalttaten erfahren. „Ich halte das zumindest für sehr erwägenswert“, sagte Hubig dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“. Es gebe neue schlimme Phänomene, mit denen man sich auseinandersetzen müsse. Konkret nannte Hubig Fälle, in denen sich Männer auf digitalen Plattformen zu geplanten Vergewaltigungen austauschten. In solchen Situationen sei es aus ihrer Sicht geboten, die Verantwortung derjenigen zu stärken, die von entsprechenden Planungen erfahren. Wenn sich Männer auf digitalen Plattformen zu geplanten Vergewaltigungen austauschten, sei es richtig zu sagen: Wer von einer solchen Chatgruppe Kenntnis erlange und keine Anzeige stelle, mache sich strafbar. ### Härtere Strafen für Gruppenvergewaltigungen Gruppenvergewaltigungen seien für die Betroffenen besonders traumatisierend, so die Ministerin weiter. Sie müssten hart bestraft werden. Hubig verwies darauf, dass bereits jetzt hohe Strafen möglich seien, kündigte aber an, dass der Strafrahmen weiter verschärft werden solle. Auch wenn bereits hohe Strafen möglich seien, habe man sich im Koalitionsvertrag darauf verständigt, den Strafrahmen zu erhöhen. Das werde man auch umsetzen. ### Appell an Männer und Wahrnehmung sexualisierter Gewalt Hubig rief zudem Männer auf, sich stärker mit dem Thema sexuelle Gewalt auseinanderzusetzen. „Sexualisierte Gewalt ist ein gesamtgesellschaftliches Problem und wir werden es nur gemeinsam in den Griff bekommen“, sagte sie dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“. Alle müssten sich damit befassen – unabhängig von Klasse, Alter, Herkunft und Geschlecht. Gerade auch Männer müssten sich mit sexualisierter Gewalt auseinandersetzen und sich dagegen positionieren. Das finde nach ihrer Einschätzung noch zu wenig statt. Die Ministerin räumte ein, dass sie durchaus Fortschritte sehe. Zugleich nehme sie bei vielen Männern eine große Unsicherheit wahr. Es sei wichtig, dass Männer nicht unter Generalverdacht gestellt würden. Sexuelle und häusliche Gewalt werde ganz überwiegend von Männern verübt, aber das rechtfertige nach ihren Worten keine Pauschalisierung. Viele Männer hätten keine Vorstellung davon, wie verbreitet das Problem sexualisierter Gewalt sei – einfach, weil sie nicht betroffen seien. Zur Veranschaulichung schilderte Hubig ein Erlebnis aus einem Frauenhaus. Sie nannte ein Beispiel, das ihr selbst noch einmal die Augen geöffnet habe. Bei einem Besuch in einem Frauenhaus habe sie mit vielen Frauen und zwei Männern zusammengesessen. Als sie sagte, jede von ihnen habe schon einmal einen Exhibitionisten gesehen, hätten die Frauen genickt. Die Männer seien total erstaunt gewesen. Die hätten gedacht, das passiere vielleicht einer Frau von tausend. Dabei sei das für Frauen Normalität. ✨ mit KI bearbeitet --- Quelle: Hasepost.de - Die Zeitung für Osnabrück