# Hubert Aiwanger plötzlich verstorben Typ: Artikel Veröffentlicht: 2026-11-05T16:16:45+01:00 Zuletzt aktualisiert: 2026-11-05T16:16:45+01:00 Kanonische URL: https://hasepost.de/hubert-aiwanger-ploetzlich-verstorben-774775/ Kategorie: Deutschland & die Welt --- Bayerns Wirtschaftsminister und FW-Chef stirbt mit 55 Jahren in Berlin Der bayerische Wirtschaftsminister und Vorsitzende der Freien Wähler, Hubert Aiwanger, ist am Mittwoch im Alter von 55 Jahren plötzlich in einem Berliner Hotel verstorben. Wie der Tagesspiegel berichtet, hatte Aiwanger sich zuvor wegen gesundheitlicher Beschwerden, möglicherweise einer Magen-Darm-Grippe, von einem Termin entschuldigt. Später wurde er leblos in seinem Zimmer aufgefunden. Die Staatsanwaltschaft Berlin bestätigte, dass es keine Hinweise auf Fremdverschulden gibt, die genaue Todesursache ist jedoch noch unklar. Aiwanger war in Berlin, um das Bundesbüro seiner Partei zu eröffnen, wie der Tagesspiegel weiter schreibt. ## Bürgermeister trauert um „großen Rottenburger“ In seiner Heimatstadt Rottenburg an der Laaber löst der Tod große Bestürzung aus. Bürgermeister Laurentius Seidl (CSU) bezeichnete Aiwanger als „großen Rottenburger“, der stets präsent und nahbar gewesen sei, wie die Welt und die Süddeutsche Zeitung übereinstimmend berichten. Passanten in der Kleinstadt betonen, Aiwanger habe sich für die Bevölkerung eingesetzt und sei ein Charakterkopf gewesen, der den bayerischen Dialekt und die ländliche Identität gelebt habe. Viele erinnern sich an seine regelmäßige Teilnahme an Volksfesten und lokalen Veranstaltungen. ### Freie Wähler verdanken Aiwanger ihren Aufstieg Aiwanger prägte die Freien Wähler wie kein anderer. Unter seiner Führung schaffte die Partei 2018 den Einzug in die bayerische Staatsregierung und wurde zum Koalitionspartner der CSU, wie die Tagesschau berichtet. Als Wirtschaftsminister und Vize-Ministerpräsident setzte er sich besonders für die Belange der Landbevölkerung ein und galt als bodenständiger Politiker, der ohne Manuskript und mit klarem Wort auftrat. Seine direkte Art brachte ihm sowohl bundesweite Bekanntheit als auch Kritik ein, etwa für derbe Äußerungen oder seine Haltung in der Coronapolitik. ### Antisemitismus-Vorwurf stärkte Aiwangers Position Eine schwere Krise überstand Aiwanger 2023, als ein antisemitisches Flugblatt aus seiner Schulzeit bekannt wurde. Er bestritt, es selbst verfasst zu haben, und entschuldigte sich für jugendliche Fehler. Die Affäre mobilisierte seine Wähler sogar, wie die Tagesschau schreibt: Bei der Landtagswahl 2023 erreichten die Freien Wähler mit 15,8 Prozent ihr bestes Ergebnis. Auch bei den Kommunalwahlen 2024 gewann die Partei unter seiner Führung zahlreiche Ämter, darunter Landratsposten, die zuvor die CSU innehatte. ### Bauernsohn prägte bayerische Politik nachhaltig Aiwanger wuchs auf einem Bauernhof in Rahstorf auf, studierte Agrarwissenschaften und blieb zeitlebens der Landwirtschaft verbunden. Er lebte mit seiner Partnerin, der Freie-Wähler-Landrätin Tanja Schweiger, in Niederbayern und hatte zwei Kinder. Sein plötzlicher Tod hinterlässt nicht nur in seiner Partei, sondern auch in der bayerischen Politik eine große Lücke. --- Quelle: HASEPOST – Die Zeitung für Osnabrück