Die Initiative „Haus des Wissens“ unterstützt die Forderung der SPD, das Haus Tenge als möglichen Standort für eine Zwischenlösung auf dem Weg zu einer neuen Kinderbibliothek in die weiteren Überlegungen einzubeziehen. Aus Sicht der Initiative könnte eine vorübergehende Auslagerung der Kinderbibliothek die Arbeitssituation der Stadtbibliothek bereits kurzfristig deutlich verbessern.
Vorteile des Hauses Tenge
Dabei wird insbesondere auf die Vorteile des Hauses Tenge gegenüber dem ebenfalls diskutierten Standort an der Krahnstraße 43 verwiesen. So könnte das Gebäude noch in diesem Jahr genutzt werden und nicht erst ab 2027 zur Verfügung stehen. Zudem ließen sich die Angebote und Potenziale der Kinderbibliothek auf zwei großflächigen Etagen deutlich besser und zugleich personalsparender organisieren als an einem Standort mit vier Etagen. Da voraussichtlich keine größeren Umbauten erforderlich seien, könnten auch die Miethöhe sowie die Dauer der Mietbindung besser mit dem Eigentümer verhandelt werden. Positiv hervorgehoben werden außerdem die bereits vorhandene Barrierefreiheit sowie die unmittelbare Nähe zur Stadtbibliothek und zu zahlreichen inhabergeführten Geschäften in der Altstadt. Gerade für begleitende Familienmitglieder erhöhe dies die Attraktivität des Standorts.
Zugleich weist die Initiative darauf hin, dass der Bereich vor der historischen Stadtwaage weiterhin ausreichend Platz für größere Hochzeitsgesellschaften biete und bereits intensiv genutzt werde. Vor dem Haus Tenge sei dies dagegen nicht möglich. Insgesamt eröffne das Gebäude jedoch die Chance, eine Kinderbibliothek schneller, kostengünstiger und funktionaler umzusetzen. Darüber hinaus könne der Standort zusätzliche Impulse für die Attraktivität der Altstadt geben.
Haus des Wissens als eigentliche Perspektive
Dennoch betont die Initiative, dass eine Zwischenlösung im Haus Tenge lediglich ein erster Schritt sein könne. Die eigentliche Perspektive bleibe weiterhin die Realisierung eines umfassenden „Hauses des Wissens“. Nach Auffassung der Initiative lassen sich die Potenziale moderner Kinder- und Familienbibliotheksarbeit nicht mit einem isolierten Standort allein für die Kinderbibliothek ausschöpfen. Erst ein umfassendes Konzept ermögliche Angebote für Familien mit Kindern verschiedener Altersgruppen und schaffe einen Ort mit hoher Aufenthaltsqualität und langfristiger familiärer Bindung.
Auch das Ziel, Osnabrück als „lernende Stadt“ mit einem sogenannten Dritten Ort weiterzuentwickeln, könne nur mit einem deutlich erweiterten Raumangebot erreicht werden, wie es am Standort Hakenstraße möglich sei. Dort entstünde ein zentraler Ort für Bildung, Begegnung und Kultur, der für Kinder, Familien und Besucher aller Altersgruppen gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln sowie anderen Verkehrsarten erreichbar wäre. Als weiterer Vorteil wird die unmittelbare Nachbarschaft zur Friedensschule genannt, aus der sich ein hohes Nutzungs- und Kooperationspotenzial ergeben könne.
Mehr Nachrichten aus der Region?
➡️ Alle aktuellen Artikel zu Osnabrück - Altstadt finden Sie hier.