# Haseloff analysiert AfD-Erfolge und kritisiert Medien Typ: Artikel Veröffentlicht: 2026-08-17T14:16:44+02:00 Zuletzt aktualisiert: 2026-08-17T14:16:44+02:00 Kanonische URL: https://hasepost.de/haseloff-analysiert-afd-erfolge-und-kritisiert-medien-744372/ Kategorie: Deutschland & die Welt --- Ex-Ministerpräsident sieht Ursachen auch in Westdeutschland und Medienberichterstattung. Der ehemalige Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt, Reiner Haseloff (CDU), hat die hohen Umfragewerte der AfD in seinem Bundesland zum Anlass genommen, eine breite Debatte über die Ursachen des Rechtspopulismus anzumahnen. In einem Interview mit der Deutschen Presse-Agentur (dpa) betonte er, dass die AfD keineswegs eine rein ostdeutsche Partei sei. Vielmehr sei sie aus der westdeutschen Elite hervorgegangen, und ihre führenden Köpfe seien fast ausnahmslos Westdeutsche. Zudem liege die Partei auch in Westdeutschland deutlich vor anderen Parteien, wie Haseloff ausführte. Er forderte daher, aus Ostdeutschland heraus zu diskutieren, was in den letzten Jahrzehnten auch in Westdeutschland schiefgelaufen sei und warum wichtige Themen von den Eliten nur am Rande behandelt worden seien. ## Medienbild Ostdeutschlands stärkt AfD Haseloff kritisierte zudem die Medienberichterstattung über Ostdeutschland. Diese sei oft von einem Westblick geprägt, der den sogenannten „Ossi“ aus westdeutscher Perspektive betrachte. Dies verstärke letztlich die AfD im Osten, so der CDU-Politiker. Negativschlagzeilen auf den Titelseiten würden das Bild einer Region prägen, in der alles schlimm sei. „Da kann man ja nur denken: Bloß raus hier, alles ist ganz schlimm. Das ist eine Selbstkasteiung dieser Gesellschaft“, sagte Haseloff. Die AfD habe es dann leicht, mit der Ankündigung zu punkten, ein Land vom Kopf auf die Füße stellen zu wollen. ### AfD-Regierung kostet Sachsen-Anhalt Jobs und Einkommen Die Sorgen vor einem wirtschaftlichen Schaden durch die AfD teilt auch der Unternehmer Niklas Guttenberger, wie die taz berichtet. Der Co-Geschäftsführer der Kalipe GmbH in Lutherstadt Wittenberg warnt, dass eine AfD-Regierung Fachkräfte aus dem Ausland abschrecken könnte. Zudem würde das Bundesland weiter ins Hintertreffen geraten. Eine Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) untermauert diese Befürchtungen: Sollte die AfD ihr Programm umsetzen, könnten in Sachsen-Anhalt 10.000 Arbeitsplätze verloren gehen und das Pro-Kopf-Einkommen um rund 1.600 Euro sinken. Das verfügbare Einkommen der Privathaushalte lag 2023 bereits bei nur gut 25.000 Euro – der niedrigste Wert bundesweit. ### Ermittler suchen nach der Ursache In den Umfragen liegt die AfD in Sachsen-Anhalt aktuell bei über 40 Prozent, wie t-online.de berichtet. Spitzenkandidat Ulrich Siegmund könnte damit der erste AfD-Ministerpräsident werden. Politologe Marcel Lewandowsky von der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg sieht die CDU in einer Zwickmühle: Einerseits gibt es die Brandmauer zur AfD, andererseits den Unvereinbarkeitsbeschluss gegen die Linke. Eine stabile Mehrheit gegen die AfD sei kaum noch in Sicht. ### SPD verliert Verbindung zu ihrer Wählerbasis Haseloffs Forderung nach einer Ursachendebatte wird von anderen Politikern unterstützt. So kritisierte der ehemalige SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel, seine Partei habe sich von ihrer früheren Wählerbasis entfernt. Der Sozialstaat sei die größte zivilisatorische Leistung des 20. Jahrhunderts, doch es gebe ein großes Missverständnis darüber, was ein Sozialstaat eigentlich sei, so Gabriel gegenüber der dpa. --- Quelle: HASEPOST – Die Zeitung für Osnabrück