# Hantavirus-Ausbruch auf Kreuzfahrtschiff: Fakten und Mythen Datum: 15.05.2026 08:33 Kategorie: Deutschland & die Welt URL: https://hasepost.de/hantavirus-ausbruch-auf-kreuzfahrtschiff-fakten-und-mythen-712738/ --- Nach dem Hantavirus-Ausbruch auf der ‚Hondius‘ verbreiten sich Verschwörungstheorien. Was ist dran? Auf dem Kreuzfahrtschiff ‚Hondius‘ ist es zu einem Ausbruch des Hantavirus gekommen, bei dem drei Passagiere starben und mehrere weitere infiziert wurden. Der Vorfall hat weltweit Aufmerksamkeit erregt und Erinnerungen an den Beginn der Covid-19-Pandemie wachgerufen. Seitdem verbreiten sich in sozialen Netzwerken zahlreiche Verschwörungstheorien und Falschbehauptungen über das Virus, seine Herkunft und seine Gefährlichkeit. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat bestätigt, dass es sich um die Andes-Variante des Hantavirus handelt, die von Mensch zu Mensch übertragen werden kann. Dies ist jedoch selten der Fall, wie die WHO betont. Die Infektionszahlen hätten sich in der vergangenen Woche nicht bedeutend verändert, so die WHO weiter. Die Passagiere wurden unter strengen Hygienevorschriften von Bord gebracht und in ihre Heimatländer geflogen. ## WHO sieht keinen großen Hantavirus-Ausbruch Die WHO geht nicht davon aus, dass es viele weitere unerkannte Übertragungen gibt. ‚Derzeit gibt es keine Anzeichen dafür, dass wir den Beginn eines größeren Ausbruchs erleben‘, sagte WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus. In sozialen Medien wird jedoch behauptet, der Ausbruch sei ein Fake. Als Beweis wird angeführt, dass Polizeibeamte bei der Evakuierung keine Schutzkleidung trugen. Diese Behauptung ist jedoch falsch, wie die österreichische Faktencheck-Webseite Mimikama erklärt. Die Beamten hatten keinen direkten Kontakt zu den Infizierten und erfüllten eine andere Aufgabe. ### Impfmythos: Hantavirus als Nebenwirkung entlarvt Sanitäter mit direktem Patientenkontakt trugen dagegen Vollschutz. Ein weiterer Mythos, der sich online verbreitet, ist die Behauptung, das Hantavirus sei eine Nebenwirkung des Covid-19-Impfstoffs von Pfizer. Diese Behauptung beruht auf einer Liste von Nebenwirkungen, die Pfizer veröffentlicht hat. Wie Reuters berichtet, ist dies jedoch kein Beweis dafür, dass der Impfstoff eine Hantavirus-Infektion verursacht. Die Liste enthält alle potenziellen medizinischen Ereignisse, die während des Studienzeitraums auftraten. Eine Hantavirus-Infektion ist nicht dabei. ### Andes-Virus gefährlich, aber nicht hochansteckend Der Virologe Jonas Schmidt-Chanasit ordnet den Ausbruch auf der ‚Hondius‘ als ungewöhnlich ein, betont aber, dass ein Szenario wie bei SARS-CoV-2 unwahrscheinlich sei. Das Andes-Virus sei gefährlich wegen der Schwere der Erkrankung, nicht wegen einer besonders leichten Übertragbarkeit in der Allgemeinbevölkerung. Der Harvard-Professor Joseph Allen widerspricht der Annahme, dass das Hantavirus nur durch engen und langen Kontakt übertragen wird. Er verweist auf einen Ausbruch in Argentinien, bei dem sich Menschen ohne engen Kontakt infiziert haben. Dennoch schätzt er die Gesamtgefahr für die Bevölkerung als gering ein. Wichtig sei eine offene Kommunikation über die Verbreitung des Virus, um die Menschen schützen zu können. ✨ mit KI bearbeitet --- Quelle: Hasepost.de - Die Zeitung für Osnabrück