# Handwerk fordert flexiblere Arbeitszeiten und warnt vor Erbschaftsteuer Typ: Artikel Veröffentlicht: 2026-10-17T09:22:10+02:00 Zuletzt aktualisiert: 2026-10-17T09:22:14+02:00 Kanonische URL: https://hasepost.de/handwerk-fordert-flexiblere-arbeitszeiten-und-warnt-vor-erbschaftsteuer-767599/ Kategorie: Deutschland & die Welt --- ZDH-Präsident Jörg Dittrich drängt Bundesarbeitsminister Alexander Schweitzer (SPD) zur zügigen Umsetzung flexibler Arbeitszeiten aus dem Koalitionsvertrag. Gleichzeitig warnt er vor den Folgen einer verschärften Erbschaftsteuer für den Mittelstand und betont deren wirtschaftliche Bedeutung. ## Forderung nach mehr Flexibilität am Arbeitsmarkt Dittrich sagte der "Neuen Osnabrücker Zeitung", Schweitzer müsse endlich den Arbeitsmarkt flexibler gestalten und Betrieben wie Beschäftigten mehr Spielraum bei der Arbeitszeit einräumen. Das Arbeitsministerium sei seit Monaten Entwürfe schuldig, und die bisherigen Skizzen entsprächen "überhaupt nicht der Koalitionsvereinbarung". Im Handwerk brauche es Vertrauen und Flexibilisierung, so Dittrich. Er betonte, den Sozialstaat wolle er nicht abbauen, doch Solidarität gelte auch für Betriebe unter Druck. Wenn flexiblere Arbeitszeiten helfen könnten, solle man sie ausprobieren lassen. Der Geschäftsklimaindex im Handwerk habe im ersten Halbjahr fast das Niveau der Corona-Pandemie erreicht. "Die Stimmung ist mies". ### Erbschaftsteuer: Warnung vor Mittelstandsbelastung Dittrich hofft, dass das Bundesverfassungsgericht die Verschonung von Betriebsvermögen bei der Erbschaftsteuer beibehält. In den kommenden Jahren stünden im Handwerk über 100.000 Betriebsnachfolgen an, die nicht zusätzlich erschwert werden dürften. Die Debatte werde emotional und neidgeprägt geführt, kritisierte Dittrich. Es werde stets das Beispiel des Milliardärs bemüht, betroffen sei am Ende aber der Mittelstand. Wer einen Betrieb erbe, übernehme nicht nur Vermögenswerte, sondern auch Verantwortung für Beschäftigte und Verpflichtungen wie Kündigungsschutz. "Wenn Erbschaftsteuer auf Vermögenswerte fällig wird, die in Maschinen, Kränen und Werkstätten gebunden sind und nicht auf dem Konto liegen, kann das gesunde Familienunternehmen in existenzielle Schwierigkeiten bringen." Die Erbschaftsteuer sei nicht nur eine Frage der Gerechtigkeit, sondern eine harte Standortfrage im globalen Wettbewerb. ### Bundesverfassungsgericht prüft Verschonungsregeln Aktuell beschäftigt sich das Bundesverfassungsgericht mit der Rechtmäßigkeit der Verschonungsregeln für Betriebsvermögen im Vergleich zu Privatvermögen. Ein Urteil wird im kommenden Jahr erwartet. --- Quelle: HASEPOST – Die Zeitung für Osnabrück