# Handel lehnt geplante digitale Bonpflicht ab Datum: 06.08.2026 07:42 Kategorie: Deutschland & die Welt URL: https://hasepost.de/handel-lehnt-geplante-digitale-bonpflicht-ab-739923/ --- Der deutsche Handel wehrt sich gegen die Pläne von Union und SPD, ab 2028 eine digitale Bonpflicht einzuführen. Das Bundesfinanzministerium will den digitalen Kassenbon dann zum Standard machen. Im Koalitionsvertrag von 2025 war noch die Abschaffung der Bonpflicht vorgesehen. ## Hohes Investitionsrisiko und gebrochenes Versprechen Ralph Brügelmann, Steuerexperte des Handelsverbandes Deutschland (HDE), betont, im Koalitionsvertrag sei die vollständige Abschaffung der Bonpflicht vereinbart worden. „Im Koalitionsvertrag wurde die vollständige Abschaffung der Bonpflicht vereinbart und das erwarten die Einzelhändler auch“. Um auf digitale Belege umzustellen, müssten viele Händler erhebliche Investitionen tätigen, was im derzeitigen wirtschaftlichen Umfeld nicht verantwortbar sei. Brügelmann sagte dazu, wenn die Bonpflicht also grundsätzlich bestehen bleibe, "wäre dies vor allem ein gebrochenes Versprechen der Politik und eine große Enttäuschung". Letztendlich sei auch fraglich, ob der digitale Beleg flächendeckend zulässig sei. "Dies gilt insbesondere für den Betrieb von Waage-Kassen-Systemen in Supermärkten oder Fleischereien." ### Gemischte Reaktionen aus Handwerk und Gastronomie Friedemann Berg, Hauptgeschäftsführer des Bäckerhandwerks, begrüßt, dass Bäckereien künftig nicht mehr für jedes verkaufte Brötchen einen Papierbon ausgeben müssen. „Gleichzeitig bedauern wir jedoch, dass der elektronische Beleg in Zukunft verpflichtend sein soll, was für viele, insbesondere kleinere Betriebe mit älteren Kassensystemen, eine Herausforderung sein kann“. Jana Schimke, Dehoga-Hauptgeschäftsführerin, erklärt, es werde entscheidend sein, „die digitale Bonpflicht rechtssicher und praxistauglich auszugestalten – insbesondere, wenn Betriebe auf Wunsch weiterhin Papierbelege aushändigen müssen“. Offen seien zudem wichtige Fragen zu Umsatzgrenzen, Ausnahmen und Übergangsfristen. Hubert Hüppe, Vorsitzender der Senioren-Union der CDU, sieht für technikskeptische ältere Menschen kein Problem. „Solange man das Recht hat, noch einen Bon auf Papier zu bekommen, ist das völlig in Ordnung“. „Der digitale Bon schont die Umwelt, die Ressourcen, und ist eine gewisse Entbürokratisierung“. --- Quelle: Hasepost.de - Die Zeitung für Osnabrück