# Hagel: Wie entsteht das Wetterphänomen und wie gefährlich ist es? Datum: 17.07.2026 17:16 Kategorie: Deutschland & die Welt URL: https://hasepost.de/hagel-wie-entsteht-das-wetterphaenomen-und-wie-gefaehrlich-ist-es-733471/ --- Große Hagelkörner können schwere Verletzungen verursachen – Experten erklären die Risiken. Hagel entsteht in kräftigen Gewitterwolken, wo starke Aufwinde Regentropfen in eisige Luftschichten schleudern. Dort gefrieren sie und wachsen Schicht für Schicht an, bis sie als Hagelkörner zu Boden fallen. Je intensiver das Gewitter, desto größer können die Eiskörner werden, wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) erklärt. Besonders in Superzellen, die der DWD als „Königin der Gewitterwolke“ bezeichnet, entstehen Hagelkörner mit Durchmessern von über zehn Zentimetern. ## Rekordhagel: 20 Zentimeter Durchmesser weltweit Diese können mit Geschwindigkeiten von mehr als 150 Kilometern pro Stunde aufschlagen. Das bisher größte dokumentierte Hagelkorn in Deutschland maß 14,1 Zentimeter und fiel 2013 in Undingen (Baden-Württemberg) vom Himmel, wie der DWD und der Westen berichten. Weltweit wurde 2010 in South Dakota ein Hagelkorn mit 20 Zentimetern Durchmesser und 880 Gramm Gewicht registriert. ### Hagelstürme verletzen Dutzende Menschen jährlich In Argentinien könnte 2018 ein noch größeres Hagelkorn gefallen sein, doch hier gibt es nur Fotos als Beleg. Dass Extremhagel Menschen verletzen kann, zeigt ein Vorfall in Reutlingen: 2013 wurden dort 75 Verletzte nach einem Hagelsturm im Klinikum behandelt, viele mit Schnittwunden durch Hagelkörner oder Glassplitter. Auch im Ausland gab es ähnliche Fälle, etwa in Colorado 2023, wo sieben Menschen ins Krankenhaus mussten. Notfallmediziner Christopher Spering warnt im Gespräch mit dem Westen, dass Hagelkörner in Golfball- oder Tennisballgröße schwere Schädel-Hirn-Traumata verursachen können, da der Kopf besonders exponiert ist. ### Fahrradhelm schützt nicht vor Hagelkörnern Ein Fahrradhelm biete dabei keinen ausreichenden Schutz. Der DWD rät, bei aufziehenden Gewittern frühzeitig Schutz in Gebäuden oder stabilen Überdachungen zu suchen. Im Freien sollte man sich in Mulden oder Gräben legen und Kopf sowie Nacken mit den Händen schützen. --- Quelle: Hasepost.de - Die Zeitung für Osnabrück