# Hälfte der Azubis fühlt sich psychisch belastet Typ: Artikel Veröffentlicht: 2026-08-20T15:42:05+02:00 Zuletzt aktualisiert: 2026-08-20T15:42:09+02:00 Kanonische URL: https://hasepost.de/haelfte-der-azubis-fuehlt-sich-psychisch-belastet-745599/ Kategorie: Deutschland & die Welt --- Laut neuem Ausbildungsreport der DGB-Jugend gibt etwa die Hälfte der befragten Auszubildenden an, psychisch belastet zu sein. Hauptgründe sind Leistungsdruck, Personalmangel und finanzielle Sorgen. Auch Erschöpfung und Präsenz trotz Krankheit sind weit verbreitet. ## Belastungsfaktoren im Beruf und Privatleben Dies sei auf "eine Vielzahl belastender Faktoren in Beruf und Privatleben, sowie die anhaltenden den und vielfältigen gesellschaftlichen und globalen Krisen" zurückzuführen, teilte der Deutsche Gewerkschaftsbund am Donnerstag mit. 20,9 Prozent der Befragten nennen Leistungs- und Zeitdruck als Belastung, etwas mehr als vor zehn Jahren (19,3 Prozent). Personalmangel (19,6 Prozent) und Verantwortungsdruck (19,2 Prozent) folgen als weitere Faktoren. Dagegen sind lange Fahrzeiten (16,5 Prozent), lange Arbeitszeiten und Schichtdienst (13,1 Prozent) sowie ständige Erreichbarkeit (11,4 Prozent) seltener genannt worden als 2016. Mangelnde Arbeitsschutzmaßnahmen oder fehlende Arbeitsmittel belasten 6,2 Prozent, gegenüber 9,1 Prozent vor zehn Jahren. 5,2 Prozent berichten von Diskriminierungserfahrungen oder Mobbing. ### Finanzielle und private Belastungen 49,4 Prozent der Auszubildenden fühlen sich am Ende eines Arbeitstages erschöpft. 43,9 Prozent kommen auch zur Ausbildung, wenn sie sich krank oder unwohl fühlen. Fast die Hälfte (49,9 Prozent) gibt an, durch die finanzielle Situation belastet zu sein, 35 Prozent durch eine schwierige Wohnsituation. Nebenjobs, die Pflege von Angehörigen und Kindererziehung belasten jeweils knapp jeden zehnten Auszubildenden. DGB-Bundesjugendsekretärin Nina Krüger betont: „Gerade angesichts steigender Mieten und Lebenshaltungskosten ist die Bundesregierung gefordert, für eine höhere gesetzliche Mindestausbildungsvergütung zu sorgen. Finanzielle Hürden dürfen nicht darüber entscheiden, ob junge Menschen ihren Wunschberuf erlernen können“. Sie fügt hinzu: „Gute fachliche Anleitung, planbare Arbeitszeiten, ausreichend Zeit für Erholung und Aufgaben, die dem Ausbildungsziel dienen, können Belastungen reduzieren.“ Besonders deutlich werde dies bei der Betreuung: Sind Ausbilder immer verfügbar, fühlen sich nur 8,5 Prozent der Auszubildenden hoch belastet. Sind sie selten oder nie erreichbar, sind es 36 Prozent. --- Quelle: HASEPOST – Die Zeitung für Osnabrück