Klassische Konzerte kennt man meist aus dem Zuschauerraum – mit Abstand zur Bühne und festem Blick nach vorn. Im Theater Osnabrück wird dieses Prinzip jetzt umgedreht: Beim Familienkonzert „Inside the Orchestra“ am Sonntag (14. Juni) dürfen Kinder und Erwachsene nicht nur zuhören, sondern mitten hinein ins musikalische Geschehen.
Klassik zum Hören, Sehen und Spüren
Zwei Vorstellungen um 14 und 16 Uhr laden dazu ein, klassische Musik aus einer ungewöhnlichen Perspektive zu entdecken. Ein Teil des Publikums bewegt sich – begleitet von Guides – direkt zwischen den Musikerinnen und Musikern des Osnabrücker Symphonieorchesters. Statt Reihen und Sitzabstand gibt es unmittelbare Nähe zu den Instrumenten – und ein Konzerterlebnis, das nicht nur die Ohren erreicht.
Wie fühlt sich ein Kontrabass an, wenn die tiefen Töne nicht nur hörbar, sondern körperlich spürbar werden? Genau darum geht es bei „Inside the Orchestra“. Generalmusikdirektor Christopher Lichtenstein, der das Konzept entwickelt hat und durch das Konzert führt, beschreibt die Idee so: Wer den Instrumenten ganz nah komme, erlebe Musik als Zusammenspiel aus Klang, Bewegung und körperlicher Wahrnehmung. Besonders für Kinder ab sechs Jahren soll so ein neuer Zugang zur klassischen Musik entstehen – neugierig, spielerisch und ohne Berührungsängste.
Bekannte Werke – überraschend neu
Musikalisch setzt das Konzert auf bekannte Stücke, die auch ohne Vorkenntnisse sofort zünden: Zu hören sind unter anderem Smetanas „Moldau“, Brahms’ „Ungarischer Tanz Nr. 5“ und der langsame Satz aus Beethovens 7. Sinfonie. Für zusätzliche Überraschungsmomente sorgt Gastmusiker Lukas Kiedaisch: Er ergänzt die klassischen Werke um elektronische Beats und Sounds. Die bekannten Melodien bleiben erhalten – wirken aber plötzlich moderner, direkter und näher an der Lebenswelt eines jungen Publikums.
Wichtig für Besucher: Auf die Bühne gelangen ausschließlich Gäste mit Plätzen im Parkett. Von den Rängen aus bleibt der Blick auf das gesamte Geschehen erhalten. Die Konzertdauer beträgt rund eine Stunde. Tickets und weitere Informationen gibt es auf der Internetseite des Theaters Osnabrück.
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