# Grünen-Politikerin warnt: Budgetkürzungen verlängern Wartezeit auf Therapie Datum: 21.07.2026 06:44 Kategorie: Deutschland & die Welt URL: https://hasepost.de/gruenen-politikerin-warnt-budgetkuerzungen-verlaengern-wartezeit-auf-therapie-734335/ --- Die Grünen-Gesundheitspolitikerin Paula Piechotta warnt vor längeren Wartezeiten auf Psychotherapie durch die geplante Budgetierung psychotherapeutischer Leistungen. Sie kritisiert die vorgesehenen Einsparungen im Bereich der Psychotherapie als verfehlt und verweist auf deutlich größere Sparpotenziale bei patentgeschützten Medikamenten. ## Warnung vor längeren Wartezeiten Grünen-Gesundheitspolitikerin Paula Piechotta sieht in der geplanten Budgetierung psychotherapeutischer Leistungen die Gefahr deutlich längerer Wartezeiten auf eine Behandlung. „Es ist sicherlich so, dass die Veränderung der Vergütung dazu führen wird, dass sich die Realität verändern wird“, sagte Piechotta dem Nachrichtenmagazin Politico. Künftig könnten Psychotherapeuten „nicht mehr ohne Weiteres mehr Therapien abrechnen“. Dadurch würden sich die ohnehin langen Wartezeiten „in vielen Regionen nochmal verlängern“. ### Kritik an geplanten Einsparungen Die geplanten Einsparungen im Bereich der Psychotherapie hält Piechotta für falsch. Zwar müsse die gesetzliche Krankenversicherung ihre Ausgaben begrenzen. Mit rund 3,8 Milliarden Euro jährlich entfielen auf Psychotherapie jedoch lediglich „ungefähr ein Prozent der Gesamtausgaben“ der gesetzlichen Krankenversicherung. ### Höhere Ausgaben für Medikamente und Bedarf an Prävention Größere Einsparmöglichkeiten sieht Piechotta stattdessen bei patentgeschützten Medikamenten. Allein dafür gebe die gesetzliche Krankenversicherung inzwischen rund 60 Milliarden Euro pro Jahr aus. „Da hätte man definitiv viel stärker reingehen müssen“, sagte sie laut Politico. Entsprechende Sparvorschläge seien im Gesetzgebungsverfahren von Regierungskoalition und Bundesrat abgeschwächt worden. Eine einfachere Ausbildung für Psychotherapeuten könne nach Einschätzung Piechottas zwar helfen, mehr Fachkräfte zu gewinnen, löse jedoch das Grundproblem nicht. „Die müssen ja dann auch bezahlt werden“, sagte Piechotta. Angesichts der stark gestiegenen Zahl psychischer Erkrankungen müsse deshalb vor allem die Prävention ausgebaut werden. --- Quelle: Hasepost.de - Die Zeitung für Osnabrück