# Grüne und Linke gegen Attestpflicht ab Tag eins Typ: Artikel Veröffentlicht: 2026-08-30T09:12:04+02:00 Zuletzt aktualisiert: 2026-08-30T09:12:09+02:00 Kanonische URL: https://hasepost.de/gruene-und-linke-gegen-attestpflicht-ab-tag-eins-749150/ Kategorie: Deutschland & die Welt --- Grünen-Chef Felix Banaszak und Linken-Chef Luigi Pantisano üben scharfe Kritik an der geplanten Attestpflicht ab dem ersten Krankheitstag. Sie werfen der Bundesregierung uneinheitliche Signale und mangelnde Sozialverträglichkeit vor. ## Banaszak nennt Attestpflicht Quatsch "Die geplante Krankschreibung ab dem ersten Tag ist Quatsch", sagte Felix Banaszak dem "Tagesspiegel" (Sonntagsausgabe). Die Pflicht stelle Arbeitnehmer unter Generalverdacht, belaste Ärzte und steigere die Kosten des Gesundheitssystems. Zudem sei sie von Anfang an eine Schnapsidee gewesen. ### Kritik an uneinheitlicher Regierungskommunikation Banaszak kritisierte zudem die schwarz-rote Bundesregierung für widersprüchliche Signale. SPD-Chefin und Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas hatte am Samstag angekündigt, die Attestpflicht überprüfen zu wollen – obwohl sich ihre Fraktion erst am Freitag mit der Union darauf geeinigt hatte. Banaszak sprach von einer "Kakophonie in der Bundesregierung", die er nicht nachvollziehen könne. "Überall wurde uns Einigkeit vorgegaukelt – und einen Tag später kommt der Arbeitsministerin dann eine solche Erkenntnis?", sagte der Grünen-Vorsitzende. Inhaltlich liege Bas zwar richtig, doch der Vorschlag hätte aus seiner Sicht nie auf den Tisch kommen dürfen. Vielleicht sei dies ein Hinweis darauf, dass künftig keine Nachtsitzungen mehr zu schrägen Vereinbarungen führen sollten, die am nächsten Morgen für Verunsicherung sorgten. ### Pantisano warnt vor Bürokratie und Misstrauen Auch Linken-Chef Luigi Pantisano übte Kritik: "Die Krankschreibung ab dem ersten Krankheitstag ist Misstrauen gegenüber den Beschäftigten", sagte er dem "Tagesspiegel". Kranke sollten sich in Arztpraxen schleppen, Ärzte würden mit Bürokratie beschäftigt und Alleinerziehende wüssten nicht, was sie tun sollten. Die Kommunikation der Bundesregierung könne auch er nicht nachvollziehen. "Ich würde mir wünschen, dass die SPD bei den sozialen Grausamkeiten der Merz-Agenda nicht so völlig klaglos mitmacht", so der Linken-Chef weiter. Es bleibe abzuwarten, ob Bas’ Äußerung praktische Folgen habe. Das Umdenken bei SPD-Mitgliedern stehe sicher im Zusammenhang mit dem Widerstand gegen die Pläne. "Wir werden unsere Sozialproteste fortsetzen und für maximalen Gegenwind sorgen". --- Quelle: HASEPOST – Die Zeitung für Osnabrück