# Grüne Spitzenkandidatin: Ehemann mit Neonazi-Vergangenheit Typ: Artikel Veröffentlicht: 2026-08-31T09:16:36+02:00 Zuletzt aktualisiert: 2026-08-31T09:16:36+02:00 Kanonische URL: https://hasepost.de/gruene-spitzenkandidatin-ehemann-mit-neonazi-vergangenheit-749518/ Kategorie: Deutschland & die Welt --- Susan Sziborra-Seidlitz steht im Fokus wegen der Vergangenheit ihres Mannes. Im Wahlkampf für die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt rückt die Vergangenheit des Ehemannes der Grünen-Spitzenkandidatin Susan Sziborra-Seidlitz in den Mittelpunkt. David Seidlitz, heute 50 Jahre alt, gehörte laut einem Bericht des „Antifaschistischen Infoblatts“ aus dem Jahr 1995 in den 1990er-Jahren einer rechtsextremen Gruppe in Quedlinburg an, die sich „Unabhängiger Arbeitskreis“ nannte. Die Gruppe war Teil einer weitverzweigten Neonazi-Szene, wie der Focus berichtet. Seidlitz wurde damals als „stadtbekannter Neonazi“ beschrieben. ## Seidlitz beteuert Distanz zu Neonazi-Vergangenheit In einem Gerichtsverfahren versicherte Seidlitz in diesem Jahr an Eides statt, dass er sich bereits in den 1990er-Jahren von der Neonazi-Gruppe und deren Ansichten vollständig gelöst habe und keinerlei Kontakt mehr pflege, wie verschiedene Medien berichten. Seine Ehefrau, Susan Sziborra-Seidlitz, bestätigte vor einigen Jahren im Landtag die rechtsextreme Vergangenheit ihres Mannes, betonte aber, dass er sich gewandelt habe und mittlerweile ein „lupenreiner Demokrat“ sei. Auf Nachfragen eines rechtsextremen Mediums im Wahlkampf kommentierte sie die Fragen nicht weiter und verwies darauf, dass ihr Mann ein Demokrat sei. ### Quedlinburg als Neonazi-Hochburg der 1990er David Begrich, Theologe und Mitarbeiter der Arbeitsstelle Rechtsextremismus bei „Miteinander e.V.“ in Magdeburg, ordnet die Szene ein, in der sich Seidlitz damals bewegte. Quedlinburg sei Anfang der 1990er-Jahre durch den Zuzug von Steffen Hupka aus Niedersachsen zu einer Hochburg der regionalen Neonazi-Szene in Sachsen-Anhalt geworden, so Begrich im Interview mit dem Focus. Hupka habe versucht, die gewalttätige rechtsextreme Szene der Spät-DDR und der Transformationsjahre politisch und organisatorisch zu binden. Die Gruppe, zu der auch Seidlitz gehörte, habe unter verschiedenen Namen agiert und sei eine informell-hierarchische Gesinnungsgemeinschaft gewesen. ### Harz-Region als Neofaschismus-Zentrum benannt Das „Antifaschistische Infoblatt“ bezeichnete die Szene in der Harz-Region damals als eine der „bedeutendsten Hochburgen des Neofaschismus in der BRD“. Begrich unterstreicht, dass es sich um eine Zeit handelte, in der es in Ostdeutschland an vielen Orten rassistische Massengewalt gab, etwa 1992 in Quedlinburg, wo es einen strukturierten Angriff auf ein Asylbewerberheim gab. ### Grünen-Politikerin nutzt Manns Vergangenheit strategisch Die Grünen in Sachsen-Anhalt liegen in den Umfragen bei etwa sechs Prozent und kämpfen um den Wiedereinzug in den Landtag. Baden-Württembergs Ministerpräsident Cem Özdemir unterstützte Sziborra-Seidlitz im Wahlkampf und lobte, wie sie die Neonazi-Vergangenheit ihres Mannes nun zu ihrem Vorteil nutzen wolle, wie die Welt berichtet. Özdemir betonte, dass Sziborra-Seidlitz verstehe, wie man aus Nazis gute Bürger mache. --- Quelle: HASEPOST – Die Zeitung für Osnabrück