# GKV drohen Milliardenkosten durch Abnehmspritzen Typ: Artikel Veröffentlicht: 2026-08-24T10:32:04+02:00 Zuletzt aktualisiert: 2026-08-24T10:32:09+02:00 Kanonische URL: https://hasepost.de/gkv-drohen-milliardenkosten-durch-abnehmspritzen-746802/ Kategorie: Deutschland & die Welt --- Eine mögliche Kostenübernahme von Abnehmspritzen für Adipositas-Patienten könnte die gesetzliche Krankenversicherung im Extremfall mit Milliarden belasten. AOK-Chefin Carola Reimann warnt vor jährlichen Kosten von bis zu 45 Milliarden Euro. Sie kritisiert zudem die Preispolitik bei neuen Medikamenten. ## Maximalszenario mit 45 Milliarden Euro Würden alle GKV-versicherten Adipositas-Patienten mit einem Body-Mass-Index (BMI) von 30 oder mehr regelmäßig mit Abnehmspritzen behandelt, entstünden hochgerechnet jährliche Kosten von etwa 45 Milliarden Euro. Das sei ein Maximal-Szenario, betonte Reimann den Zeitungen der Funke-Mediengruppe, es zeige aber die finanziellen Dimensionen des Themas. Bei einem BMI von 35 und mehr läge der Kostenaufwand immer noch bei rund 14 Milliarden Euro jährlich. Reimann fügte hinzu, dass es sich bei beiden Berechnungen um Extremannahmen handelt. ### Debatte über Kostenübernahme und Medikamentenmissbrauch Die neue Vorsitzende des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA), Sonja Optendrenk, hatte zuletzt eine Kostenübernahme von Abnehmspritzen bei schwerer Adipositas ins Gespräch gebracht. Reimann warnte jedoch, so verkürzt dürfe man die Debatte nicht führen. Die Medikamente würden bereits für Diabetespatienten von der GKV bezahlt. Gleichzeitig gebe es einen "riesigen medialen Hype", weil manche Menschen die Mittel "ohne medizinischen Hintergrund aus kosmetischen Gründen" nutzten. ### Kritik an Preispolitik für neue Medikamente Reimann sieht die Entwicklung bei den Arzneimittelausgaben generell kritisch. Bei vielen neuen Medikamenten seien die Preise beim Markteintritt sehr hoch, weil Hersteller den Preis in den ersten sechs Monaten frei wählen dürfen. Für einen hohen zusätzlichen Nutzen sei die GKV "auch bereit, entsprechend zu bezahlen". Das Problem sei jedoch, dass es immer mehr Therapien ohne zusätzlichen Nutzen gebe, die trotzdem zu hohen Preisen auf den Markt kämen. Gerade bei Medikamenten für seltene Erkrankungen werde der Nutzen teilweise zunächst unterstellt und später nicht ausreichend überprüft. --- Quelle: HASEPOST – Die Zeitung für Osnabrück