# GKV-Chef fordert faire Arztterminvergabe Typ: Artikel Veröffentlicht: 2026-10-17T10:32:05+02:00 Zuletzt aktualisiert: 2026-10-17T10:32:09+02:00 Kanonische URL: https://hasepost.de/gkv-chef-fordert-faire-arztterminvergabe-767611/ Kategorie: Deutschland & die Welt --- Der Vorstandsvorsitzende des GKV-Spitzenverbandes, Oliver Blatt, verlangt, dass Arzttermine nach medizinischem Bedarf und nicht nach Versicherungsart vergeben werden. 75 Millionen gesetzlich Versicherte finanzieren den größten Teil der Honorare, werden aber oft benachteiligt. ## Benachteiligung bei Wartezeiten "Wir müssen den Zugang zur ambulanten Versorgung so organisieren, dass Termine nach medizinischem Bedarf vergeben werden und nicht danach, wie jemand versichert ist", sagte Blatt der Funke-Mediengruppe. 75 Millionen Menschen sind gesetzlich versichert und tragen so den größten Teil der ärztlichen Honorare. Dennoch erleben sie bei der Terminvergabe häufig eine Schlechterstellung. Das sei eine „himmelschreiende Ungerechtigkeit“. ### Keine Zwei-Klassen-Medizin, aber Handlungsbedarf "Ich halte nichts vom Begriff Zwei-Klassen-Medizin. Im Krankenhaus und von den allermeisten Ärzten werden gesetzlich Versicherte genauso gut behandelt wie Privatpatienten, teilweise ist für sie sogar die Abrechnung einfacher", sagte Blatt. Die Unterschiede zeigten sich vor allem bei den Wartezeiten auf Arzttermine. "Ärzte sollen weiterhin Privatpatienten behandeln – aber nicht automatisch bevorzugen", so Blatt weiter. ### Reformdebatte ohne Zusatzkosten Ein gesetzlich Versicherter sollte Blatt zufolge nicht allein wegen seiner Versicherung zwei Wochen länger auf einen Termin warten müssen. Ein einheitliches Vergütungssystem für Ärzte wäre demnach vor allem dann eine Folge, wenn beide Versicherungssysteme zusammengelegt würden. Blatt bewertet dies als hochkomplexe und vor allem politische Frage. Eine solche Reform dürfe jedoch nicht dazu führen, dass gesetzlich Versicherte noch mehr zahlen müssten. Blatt plädiert daher dafür, zunächst die konkrete Ungleichbehandlung in der ambulanten Versorgung zu beenden. Eine Bürgerversicherung hält er in der aktuellen politischen Situation nicht für realistisch. "Die Debatte würde sich sehr stark daran aufreiben", sagte er. Über eine Zusammenlegung der Systeme könne die Politik anschließend in Ruhe diskutieren. --- Quelle: HASEPOST – Die Zeitung für Osnabrück