# GIZ verteidigt Rückzug aus Jemen und verschärft Kontrollen Datum: 27.07.2026 09:44 Kategorie: Deutschland & die Welt URL: https://hasepost.de/giz-verteidigt-rueckzug-aus-jemen-und-verschaerft-kontrollen-735792/ --- Die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) hat ihren Rückzug aus dem Krisenland Jemen verteidigt und spricht von einer notwendigen Entscheidung zum Schutz der Mitarbeitenden. Gleichzeitig arbeitet das Unternehmen Veruntreuungen von Projektgeldern im Jemen auf und verschärft interne Kontrollmechanismen. Sparvorgaben führen zudem zur Schließung mehrerer Standorte in Deutschland, während der Standort Bonn gestärkt werden soll. ## GIZ begründet Rückzug aus Jemen mit Sicherheitslage Vorstandssprecher Thorsten Schäfer-Gümbel verteidigt den Rückzug der GIZ aus dem Jemen. „Ein Rückzug hat Konsequenzen – das ist uns bewusst. Aber angesichts willkürlicher Verhaftungen von UN-Personal in den Rebellengebieten hat die Sicherheit der Mitarbeitenden oberste Priorität“, sagte Schäfer-Gümbel der „Rheinischen Post“ (Montag). „Die Entscheidung war notwendig – auch wenn sie uns nicht leichtgefallen ist.“ ### Veruntreuungen und verschärfte Kontrollen Zu den Veruntreuungen von Geldern in Millionenhöhe bei GIZ-Projekten im Jemen sagte der GIZ-Vorstandssprecher der „Rheinischen Post“: „Der Jemen stellt für uns eine Ausnahmesituation dar. In keinem anderen Land waren wir so lange in der sogenannten Fernsteuerung. Nach einem Terrorangriff 2013, bei dem drei GIZ-Mitarbeitende getötet wurden, mussten unsere internationalen Mitarbeitenden das Land verlassen.“ Er ergänzte: „Gegen kriminelles Handeln ist man unter solchen Bedingungen nicht hundertprozentig geschützt. Wir hatten eine Betrugssituation, der wir sofort nachgegangen sind. Die Aufarbeitung ist noch nicht vollständig abgeschlossen.“ Im Zuge der Vorkommnisse im Jemen zieht die GIZ nach Angaben des Vorstandssprechers Konsequenzen. Schäfer-Gümbel sagte der „Rheinischen Post“: „Wir haben nach den Vorfällen im Jemen unser Regelwerk verschärft und Kontrollen intensiviert. Dazu gehört eine deutlich verschärfte Risikoeinschätzung. Länder, die roten und dunkelroten Risikokategorien zugeordnet sind, etwa Sudan und Afghanistan, werden jährlich geprüft. Das Personal rotiert häufiger, damit keine problematischen Strukturen entstehen. Wir digitalisieren und führen ein neues SAP-System weltweit ein, das uns deutlich weniger anfällig macht als in der Vergangenheit.“ ### Standortschließungen und Rolle Bonns Die GIZ muss nach Angaben des Vorstandssprechers sparen und reduziert dazu ihre Präsenz an mehreren Standorten. Schäfer-Gümbel sagte der „Rheinischen Post“: „Ende 2027 schließen wir die Standorte Bonn-Kottenforst, wo unsere Akademie ist, und Feldafing in Bayern. Kleinere Büros, etwa in Düsseldorf, haben wir bereits geschlossen. Auch unser Büro in Magdeburg wird schließen.“ Am Standort Bonn will die GIZ dennoch festhalten. „Die GIZ ist und bleibt mit Sitz in Bonn und Eschborn fest verankert. Die anderen Liegenschaften in Bonn behalten wir – und entwickeln den Standort Bonn weiter, ebenso wie Eschborn“, sagte Schäfer-Gümbel der „Rheinischen Post“. Er fügte hinzu: „Wir haben zudem auf Anfrage des Auswärtigen Amts entschieden, einen Teil der nach Bonn ziehenden Mitarbeitenden des Weltentwicklungsprogramms UNDP übergangsweise in unseren Gebäuden unterzubringen. Der Mietvertrag beginnt im August.“ ✨ mit KI bearbeitet --- Quelle: Hasepost.de - Die Zeitung für Osnabrück