# Gewerkschaftschef wirft Kanzler Merz mangelhafte Reformkommunikation vor Datum: 23.04.2026 14:09 Kategorie: Deutschland & die Welt URL: https://hasepost.de/gewerkschaftschef-wirft-kanzler-merz-mangelhafte-reformkommunikation-vor-706159/ --- Gewerkschaftschef Michael Vassiliadis wirft der Bundesregierung um Kanzler Friedrich Merz (CDU) mangelnde Verständlichkeit bei der Vermittlung ihrer Reformpolitik vor. Die Regierung müsse Reformen besser erklären und eine positive Erzählung über die Zukunft von Land und Wirtschaft entwickeln, sagte der IGBCE-Vorsitzende dem "Spiegel". Zugleich forderte er Merz auf, sich an der Führungsstärke früherer Kanzler zu orientieren und in der Gesundheitsreform kreativere Vorschläge zur Kostensenkung zu machen. ## Kritik an Kommunikation der Bundesregierung Gewerkschaftschef Michael Vassiliadis kritisiert die Bundesregierung um Kanzler Friedrich Merz (CDU) für ihre Kommunikation. „Ich habe den Kanzler gewarnt: Hört auf mit dem Quatsch“, sagte der Vorsitzende der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IGBCE) dem „Spiegel“. Die Bundesregierung müsse die Reformen verständlicher erklären. „Dann ist die Bereitschaft der Menschen viel größer, auch mitzumachen. Die sind doch nicht blöd, die wissen auch, dass sich etwas ändern muss“, so Vassiliadis laut „Spiegel“. Vassiliadis bemängelt, die Debatte über die aktuellen Reformvorschläge sei zwar notwendig, aber falsch aufgesetzt. Die Koalition müsse den Wahlkampf beenden und souverän das Land regieren. „Aber statt den Reformbedarf vernünftig zu erklären, schwadronieren Regierungsmitglieder über Lifestyle-Teilzeit. Oder der Kanzler klagt, alle seien zu oft krank“, sagte er dem „Spiegel“. ### Appell an Merz und Verweis auf Schröder Von Merz erwartet Vassiliadis, dass er sich ein Vorbild an einem seiner Vorgänger nimmt, wenn es darum geht, die Menschen zu überzeugen. „Gerhard Schröder hat das damals geschafft. Er hatte für die Agenda 2010 eine Begründung, die stichhaltig war: Er wollte die Zahl der damals 5,5 Millionen Arbeitslosen senken. Dafür hat er einen schmerzhaften Prozess eingeleitet, gegen seine Klientel.“ Genau wie Schröder damals müsse nun die Union als Kanzlerpartei Führungsstärke zeigen, erklärte Vassiliadis dem „Spiegel“. Merz müsse in Zusammenarbeit mit Gewerkschaften, Verbänden und anderen Beteiligten eine positive Erzählung über die Zukunft des Landes und der deutschen Wirtschaft finden. „Wir müssen eine Idee entwickeln, wie unsere Zukunft aussehen kann. Dafür muss ich den Menschen mehr anbieten als nur die Vision, dass wir viele Windräder haben werden und damit alle Zukunftsthemen umfassend angegangen seien“, sagte Vassiliadis laut „Spiegel“. ### Forderungen zur Gesundheitsreform Zum Referentenentwurf für die Gesundheitsreform sagte der Gewerkschafter dem „Spiegel“, es bedürfe kreativerer Vorschläge, um Kosten zu sparen, bevor man die einzelnen Beitragszahler belaste. „Die Regierung könnte etwa die Mehrwertsteuer auf Arzneimittel abschaffen. Davon würden die Krankenkassen profitieren, aber auch Langzeitkranke, die häufig die Kosten für ihre Medikamente selbst aufbringen.“ --- Quelle: Hasepost.de - Die Zeitung für Osnabrück