# Gewaltaufrufe vor Gen-Z-Protesten in Berlin Typ: Artikel Veröffentlicht: 2026-10-28T17:16:22+01:00 Zuletzt aktualisiert: 2026-10-28T17:16:22+01:00 Kanonische URL: https://hasepost.de/gewaltaufrufe-vor-gen-z-protesten-in-berlin-771798/ Kategorie: Deutschland & die Welt --- Extremistische Drohungen in Telegram-Gruppen vor Demonstrationen Vor den für Samstag angekündigten Protesten der Initiative „Gen Z regelt“ in Berlin mehren sich Hinweise auf Gewaltbereitschaft in sozialen Medien. In einer privaten Telegram-Gruppe mit dem Namen „Gta RP 31.10 (Berlin)“ wurden laut einem exklusiven Bericht der Berliner Zeitung Aufrufe zu Ausschreitungen, Plünderungen und sogar antisemitischen Gewaltakten geteilt. Nutzer drohten damit, Synagogen anzugreifen oder mit Macheten auf die Straße zu gehen. Eine Umfrage eines Administrators sollte offenbar diejenigen identifizieren, die bereit seien, „Krawall zu machen statt nur zu reden und zu laufen“. Die Gruppe wurde zwischenzeitlich gelöscht, doch Screenshots der Chats liegen der Berliner Zeitung vor. ## Gewaltaufrufe in Gruppe Gta RP zweifelhaft Nicht alle Teilnehmer der Gruppe unterstützten die Gewaltaufrufe. Einige distanzierten sich explizit und warnten vor den Konsequenzen, da möglicherweise Journalisten oder die Polizei die Inhalte mitverfolgt hätten. Ob diese Vermutungen zutreffen, ist nicht unabhängig überprüfbar. Die Administratoren selbst zeigten sich besorgt über mögliche Überwachung und mahnten zur Vorsicht. Unklar bleibt, ob es sich bei den Verfassern der Drohungen um tatsächlich gewaltbereite Personen handelt oder ob Provokationen im Vordergrund standen. Der Gruppenname „Gta RP“ könnte auf das Computerspiel „Grand Theft Auto“ anspielen, was Zweifel an der Ernsthaftigkeit der Androhungen aufkommen lässt. ### DPolG warnt vor Extremisten in Protesten Die Deutsche Polizeigewerkschaft (DPolG) warnt unterdessen vor einer möglichen Unterwanderung der Proteste durch Extremisten. Gewerkschaftschef Heiko Teggatz betonte, die Gefahr sei „sehr groß“, wie die dpa berichtet. Auch in anderen sozialen Netzwerken wie X tauchten Gewaltaufrufe auf. So veröffentlichte die Nutzerin Sophia Merenz einen Screenshot, in dem ein Telegram-Nutzer eine Eskalation mit Schusswaffengebrauch herbeisehnt. Der Verfasser bezeichnete ein solches Szenario als „das Beste, was uns passieren kann“. ### Protestorganisatoren treten aus Protest zurück In der Berliner Organisation der Proteste kam es bereits zu Rücktritten. Der Sänger Battal Yali und der Aktivist Max Schneller, bekannt unter dem Pseudonym „Maximaldemokratisch“, zogen sich aus der Planung zurück. Beide begründeten ihren Schritt mit ungeklärten Zuständigkeiten und mangelnder finanzieller Transparenz, wie die Berliner Zeitung berichtet. Ein direkter Zusammenhang mit den Gewaltandrohungen in der Telegram-Gruppe ist jedoch nicht belegt. ### Frankreichs Gen-Z-Proteste eskalieren gewaltsam Die Sorge vor Ausschreitungen wird durch die Entwicklungen in Frankreich genährt. Dort begannen die Gen-Z-Proteste im September mit Schulblockaden und mündeten später in landesweiten Demonstrationen mit bis zu 250.000 Teilnehmern, wie die Nachrichtenagentur AFP meldete. Neben friedlichen Kundgebungen kam es auch zu gewaltsamen Zusammenstößen mit Sicherheitskräften. Die Bewegung in Frankreich hatte keine zentrale Führung, sondern bestand aus lokalen Schülergruppen und bestehenden Protestnetzwerken. --- Quelle: HASEPOST – Die Zeitung für Osnabrück