# Gesamtmetall wirft IG Metall Schadensstrategie vor Typ: Artikel Veröffentlicht: 2026-11-02T04:22:05+01:00 Zuletzt aktualisiert: 2026-11-02T04:22:09+01:00 Kanonische URL: https://hasepost.de/gesamtmetall-wirft-ig-metall-schadensstrategie-vor-773356/ Kategorie: Deutschland & die Welt --- Der Arbeitgeberverband Gesamtmetall hat die von der IG Metall angekündigten Warnstreiks als unverantwortlich kritisiert. Hauptgeschäftsführer Oliver Zander warf der Gewerkschaft vor, die wirtschaftliche Krise der Metall- und Elektroindustrie durch die Arbeitsniederlegungen zu verschärfen. Die Friedenspflicht in der Branche ist Ende Oktober ausgelaufen, eine Einigung steht noch aus. ## Kritik an Warnstreiks in wirtschaftlicher Krise Oliver Zander, Hauptgeschäftsführer des Arbeitgeberverbands Gesamtmetall, hat die für den 2. November 2026 angekündigten Warnstreiks der IG Metall als unverantwortlich bezeichnet. "Die Gewerkschaften richten damit aus organisationspolitischen Gründen unnötigen Schaden an", sagte er gegenüber T-Online. Die Arbeitsniederlegungen fielen in eine Phase, in der die Branche ohnehin mit massiven Herausforderungen konfrontiert sei. "Das ist in Zeiten, wo die Wirtschaft boomt, schon fragwürdig genug", so Zander. Besonders problematisch seien die Warnstreiks jedoch angesichts der aktuellen Lage: Monatlich gingen in der Metall- und Elektroindustrie rund 10.000 Arbeitsplätze verloren. "Aber in einer Zeit, in der vor allem wegen der Arbeitskosten Investitionen in ausländische Standorte fließen und im Monat 10.000 Arbeitsplätze verloren gehen, ist das nicht verantwortbar." Die Friedenspflicht in der Branche war Ende Oktober ausgelaufen, ohne dass sich Arbeitgeber und Gewerkschaften einigen konnten. ### Vorwürfe der Vertrauensschädigung und Mitgliederbindung Zander kritisierte, die IG Metall erwecke bei ihren Mitgliedern Erwartungen, die sie nicht erfüllen könne. Die Warnstreiks dienten seiner Ansicht nach vor allem dazu, die Bindung der Mitglieder an die Gewerkschaft zu stärken. "Die Strukturprobleme des Standortes lassen sich nicht wegstreiken, die wirtschaftlichen Aussichten werden dadurch auch nicht besser, und Investitionen zieht die Kraftmeierei erst recht nicht an", betonte er. Die aktuelle Tarifrunde bezeichnete Zander als besonders sensibel. "Das ist keine Tarifrunde wie jede andere. Wer so agiert, der verspielt Vertrauen." Die wirtschaftliche Lage der Branche beschrieb er als "in der Breite weiterhin miserabel". Eine Lösung der strukturellen Probleme durch Arbeitsniederlegungen sei unrealistisch. ### Appell für realistische Lösungen Trotz der Kritik zeigte sich Zander überzeugt, dass eine Einigung möglich sei. "Ich glaube daran, dass wir das auch diesmal hinbekommen", sagte er. Allerdings müsse man sich dabei an der realen Situation orientieren. "Das ist schwer genug", räumte er ein. Bisher sei es in den Verhandlungen immer gelungen, einen Kompromiss zu finden. Zander mahnte jedoch, man dürfe sich nicht in Wunschvorstellungen verlieren. "Aber wir müssen uns schon in der realen Welt zurechtfinden, nicht in einer herbeigewünschten." Die Herausforderungen der Branche erforderten pragmatische Lösungen, die über symbolische Aktionen hinausgingen. --- Quelle: HASEPOST – Die Zeitung für Osnabrück