# Gesamtmetall-Chef fordert Sozialkürzungen für niedrigere Lohnnebenkosten Typ: Artikel Veröffentlicht: 2026-09-05T23:42:05+02:00 Zuletzt aktualisiert: 2026-09-05T23:42:10+02:00 Kanonische URL: https://hasepost.de/gesamtmetall-chef-fordert-sozialkuerzungen-fuer-niedrigere-lohnnebenkosten-752135/ Kategorie: Deutschland & die Welt --- Der Präsident des Arbeitgeberverbands Gesamtmetall, Udo Dinglreiter, verlangt erhebliche Einsparungen im Sozialsystem, um die Lohnnebenkosten zu senken. Als konkrete Maßnahme schlägt er vor, die Bezugsdauer von Arbeitslosengeld I auf zwölf Monate zu begrenzen. Dies würde drei Milliarden Euro einsparen. ## Kürzung der Bezugsdauer und Senkung der Beiträge Arbeitslosengeld I wird in Deutschland aktuell je nach Alter und vorheriger Versicherungszeit zwischen sechs und maximal 24 Monaten gezahlt. Die Dauer hängt davon ab, wie lange Betroffene in den fünf Jahren vor Arbeitslosigkeit versicherungspflichtig beschäftigt waren und wie alt sie zu Beginn der Arbeitslosigkeit sind. "Die Bezugsdauer des Arbeitslosengeldes auf zwölf Monate zu verkürzen, würde drei Milliarden bringen", sagte Dinglreiter der "Welt am Sonntag". ### Einsparungen im Gesundheitswesen und Effizienzdebatte Dinglreiter begründet seine Forderung mit der hohen Belastung der Unternehmen durch Sozialversicherungsbeiträge. "Wir geben 1,43 Billionen Euro im Sozialbereich aus, davon 970 Milliarden aus Beiträgen und fast 500 Milliarden aus Steuern", so der Gesamtmetall-Chef. Der Gesamtsozialversicherungsbeitrag müsse von 42 auf 40 Prozent sinken, wofür 40 bis 50 Milliarden Euro im System eingespart werden müssten. Das sei machbar, so Dinglreiter. "Alles, was die geplante Wirkung nicht erzielt, kann eingespart werden. Das gilt besonders im Gesundheitswesen, wo Einsparungen auch und gerade bei den Leistungserbringern unvermeidbar sind". ### Kritik an Ineffizienzen und Forderung nach Steuerfinanzierung Dinglreiter kritisiert Ineffizienzen im System. "Der Staat nimmt rund 1000 Milliarden Euro im Jahr an Steuern ein. Man möchte meinen, das müsste reichen, um eine funktionierende Soziale Marktwirtschaft am Laufen zu halten", sagte Dinglreiter der "Welt am Sonntag". "Die Krankenversicherung der Bürgergeldempfänger etwa wird über Beiträge bezahlt, ein Volumen von rund zwölf Milliarden Euro. Das müsste aus Steuergeldern kommen". --- Quelle: HASEPOST – Die Zeitung für Osnabrück